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Nachgehakt / 10.11.2022

Vertrauen seit 2007: Nachgehakt bei Aquatic Baits zum Squid Red HNV Boilie

Im Jahr 1988 hatte Andreas Matzel, der Mann hinter Aquatic Baits, seine ersten Berührungspunkte in Sachen Boilieherstellung und kann nun schon auf einige Jahre an Baitmaking-Erfahrung zurückgreifen. Aus all den verschiedenen Boilies, die er in dieser Zeit entwickelt hat, schenkt er besonderes einem Köder sein volles Vertrauen: dem Squid Red HNV. Wir wollten wissen worin dieses Vertrauen begründet liegt und haben bei Andreas nachgehakt.

Carpzilla: Hallo Andreas und herzlich Willkommen zum heutigen Nachgehakt Interview. Danke, dass du dir die Zeit nimmst. Wie lange machst du nun schon Boilies? Wie lange davon professionell?

Andreas Matzel: Puh, das ist gefühlt schon eine Ewigkeit her. Es war ganz genau im Jahr 1988. Ich war damals noch Schüler und hatte mich vom „modernen“ Karpfenangeln inspirieren lassen. Als Zutaten mussten damals alle Produkte, welche in einer gut sortierten Küche zu finden waren, als Basis herhalten – der erste Grundstein wurde also gesetzt. Professionell mittlerweile seit mehr als zwölf Jahren, mit der Marke „Aquatic-Baits“ sind wir bereits sechs Jahren am Markt.

Carpzilla: Was hat sich in all den Jahren grundlegend verändert? Was ist vielleicht heute wie damals?

Andreas Matzel: Also, es hat sich seit damals regelrecht alles verändert. Zum einen waren es die Angelmethoden selbst, welche immer effektiver wurden. Es gab anfangs vielleicht eine handvoll Tacklefirmen, welche das nötige Zubehör liefern konnten, von einem Safety Clip selbst aber noch weit entfernt.
Wir dürfen nicht vergessen, Internet gab es auch noch keines. Infos waren sehr schwer zu bekommen, abgesehen von ein paar wenigen Büchern im deutschsprachigen Sprachraum und diversen Magazinen. Aber das änderte sich auch sehr schnell, da alles rasant an Fahrt aufnahm und sich die ersten Angelgeschäfte bereits spezialisierten. Bei uns in Wien war es Kurt Grabmayer, der seinen Beitrag in Österreich leistete. Abgesehen vom Tackle waren auch Boilies in guter Qualität nicht verfügbar. So waren wir eigentlich dazu gezwungen, unsere Baits selbst zu produzieren. Rohstoffe waren sehr schwer zu bekommen und auch der Wissensstand von heute, wie und womit wir unsere Boilies produzieren, ist ein ganz anderer gewesen. Das was sich nicht geändert hat, ist die Tatsache, dass es erst der Boilie ermöglichte, selektiv auf Karpfen zu angeln. Somit lässt sich sicherlich auch der Siegeszug und die Popularität dessen erklären.

Carpzilla: Jüngst hatten wir euren Squid Red HNV Boilie im Unboxing - warum hast du uns ausgerechnet diesen Köder zugesendet, damit wir ihn uns zuerst ansehen? Was macht ihn besonders?

Andreas Matzel: Da müssen wir zurück ins Jahr 2007. Da wurde ich von diversen Artikeln in englischen und holländischen Magazinen auf zwei Autoren aufmerksam, welche mit genialen Theorien für Furore sorgten. Ich nahm sogar mit beiden Kontakt auf, um Erfahrung auszutauschen. Diese widerlegten zum Teil seit Jahren gefestigte Grundsätze in der Zusammenstellung von Boilies, in Abhängigkeit zur Jahreszeit und Wassertemperatur. Wir haben in den Jahren zuvor selbst sehr viel an Erfahrung sammeln können und waren gegenüber neuen Ideen sehr aufgeschlossen. Nach vielen Gesprächen und Überlegungen haben wir einen neuen Boilie hergestellt, welchen wir in den ersten März Wochen im Jahr 2007 einsetzten. Dieser Bait widersprach wie bereits erwähnt allen zuvor bekannten Grundsätzen aber wir gingen voller Tatendrang an die Sache heran. Ich kann mich noch genau erinnern, wie wir alles uns Bekannte in den Schatten stellten und noch nie in den Jahren zuvor derartig gut gefangen haben, wie in diesen Märzwochen. Das faszinierende daran, es war keine Wunderzutat oder Zauberwässerchen, sondern lediglich die Zusammensetzung bekannter Rohstoffe in optimaler Relation zueinander.
Es sind in erster Linie natürliche Attraktoren wie Hefeextrakte, vorverdaute Fischmehle, Molkenproteine und eine gute Basis aus Fetten und Kohlenhydraten. Auch das Ausschwemmen dieser aus dem Bait, konnten wir mit einem speziellen Eifutter optimieren. Robin Red war eigentlich der Eyecatcher – daher auch der Name und die markante Farbe.
Es hat sich seit 2007 wenig an der Zusammensetzung geändert, die Zutaten sind die Gleichen und auch der Fangerfolg ist nach wie vor ungebrochen. Diesen Bait macht also so besonders, dass er fachmännisch entwickelt worden ist und bei der Zusammenstellung nicht einfach nur geraten wurde. Denn warum das Rad neu erfinden, wenn es perfekt läuft...

Carpzilla: Welche Entwicklungsdauer steckte hinter dem ersten Squid Red HNV Boilie, den man bei dir kaufen konnte und wie hat sich der Köder in der Zeit verändert?

Andreas Matzel: Bis 2015, also der Markteinführung, mussten wir die Relationen der Bestandteile natürlich so abändern, dass der Boilie auch in der warmem Jahreszeit erfolgreich ist und über viele Stunden im Wasser stabil bleibt. Robin Red von der englischen Firma Haiths war immer schon enthalten, der Squid Flavour kam erst 2015 dazu, als wir den Boilie unter der Marke „Aquatic-Baits“ vermarkteten. Wir haben dies selbst in einem Zeitraum von zwei Jahren ausgetestet und waren mehr als zufrieden mit dem Ergebnis. In den letzten Jahren mussten wir oft die Zulieferer unserer Rohstoffe wechseln, da die Firmen entweder die Produktion einstellten oder der Preis einfach nicht mehr vertretbar war. Dies betraf in erster Linie Molkenproteine und vorverdaute Fischmehle. Wir können sagen, dass sich sehr wenig geändert hat, denn wir achten immer darauf, die Qaulität hoch zu halten. Das ist ein Punkt, der uns auch weiterhin sehr wichtig ist. Es wäre fatal, plötzlich an guten Zutaten zu sparen, nur um den Preis zu drücken. Es wäre nicht mehr das gleiche Produkt und die Fangerfolge über einen längeren Zeitraum betrachtet auch geringer. Unsere Kunden würden uns das nie verzeihen.

Carpzilla: Sind dir Kundenfeedbacks in so einem Prozess wichtig? Inwiefern gehst du darauf ein? Kommt da überhaupt viel Feedback kundenseitig?

Andreas Matzel: Ja, wir erhalten Feedback, meistens aber sehr positives. Kritik kommt sehr sehr selten. Hier ist es schwer weitreichende Schlüsse zu ziehen um wirklich Änderungen vorzunehmen.
Wir testen neue Produkte selbst, damit meine ich mich und ein Gruppe von Teamanglern, wo ich mir konstruktives Feedback erwarte. Eine Aussage wie „hat gefangen, funktioniert“ wäre mir zu wenig. Hier ist mir das Feedback über Instant und Erfolge über einen längeren Zeitraum sehr wichtig. Ich kenne leider zu viele Produkte, wo der Boilie nach wenigen Tagen derartig an Fängigkeit verliert, dass die Fische den Futterplatz direkt meiden. Mein Ziel ist es, die Fische am Futterplatz mit einer Futterquelle zu belohnen, damit diese immer wieder zurückkommen. Wenn uns das gelingt, sind wir auf der sicheren Seite. Und das ist uns mit dem Squid RED HNV Boilie sogar sehr gut gelungen.

Carpzilla: Auf deiner Website haben wir gelesen, dass bei Aquatic Baits ständig versucht wird ohne künstliche Futtermittelzusatzstoffe zu arbeiten und die Produkte sogar ohne Konservierungsstoffe haltbar zu machen. Inwiefern spielte diese Leitlinie in die Herstellung des Squid Red HNV Boilies hinein? Bzw. in dessen gesamte Range?

Andreas Matzel: Hier müssen wir festhalten, dass wir uns zu 100% im gesetzlichen Rahmen bewegen. Auch darf ich erwähnen, dass wir das einzige Unternehmen in diesem Segment in Österreich sind, welches alle Anforderungen bzgl. Registrierung und Prüung nach dem geltenden Futtermittelgesetz erfüllt. Es gibt Vorgaben, welche Rohstoffe in Futtermittel enthalten sein dürfen und welche Rohstoffe oder Zusätze als „Zusatzstoff“ deklariert werden müssen. Und hier können wir sagen, dass unsere Boilies zu 100% aus zugelassenen Futtermitteln bestehen. Das betrifft auch die Konservierung. Hier gibt es Rohstoffe, welche konservierende Eigenschaften besitzen, aber nicht als klassische Konservierungsmittel eingesetzt werden.
Das betrifft nicht nur unseren Squid Red HNV Boilie, sondern alle unsere Boilies.

Carpzilla: Laut den Infos auf der Website hat die Testphase des Squid Red HNV ergeben, dass je länger damit gefüttert wurde, desto besser die Ergebnisse ausgefallen sind. Bezieht sich das auf die Menge an gefangenen Karpfen oder auf ihre Größe? Und welche Rolle spielt der Proteingehalt des Köders dabei? Wie erklärst du dir dieses Phänomen?

Andreas Matzel: Wie oben erwähnt, wollen wir Boilies herstellen, die dem Fisch einen Mehrwert bringen. Beim Squid RED HNV Boilie war es wirklich so, ich hatte an einem 160ha großen Gewässer, welches ich beangelte und regelmäßig einen Futterplatz fütterte, geniale Erfolge. Obwohl ich damals meine Erfolge nicht öffentlich machte, sprach es sich aber herum. Ich konnte deutlich mehr Karpfen und daraus schlussfolgernd auch die wirklich Großen fangen. Und zum Teil öfters, was sich in den Wiederfängen zeigte. Ich war selbst so von meinen Boilies überzeugt, dass es mich direkt stolz machte. Den Vergleich hatte ich mit anderen Anglern am Gewässer, welche doch über so manche Beissflaute berichteten – diese konnte ich in sieben Jahren, wo ich den Platz beangelte, niemals nachvollziehen. Der Proteingehalt spielt eine wesentliche Rolle, nur so kann der Fisch einen Nutzen aus den Ködern ziehen. Ist dieser zu gering, fehlt der Nutzen auf Dauer. Ganz grob umschrieben, weil ja auch andere Bestandteile wichtig sind. Ich spreche da gerne von der „Maiskorn“ Theorie. Mais wird drei Tage lang wie wild vom Fisch gefressen, dann bleibt er liegen, weil einfach der Nutzen für das Tier auf Dauer zu gering ist. Ich bin mir sicher, diese Erfahrung haben schon viele gemacht.

Carpzilla: Setzt du diesen Köder für gewöhnlich in großen Mengen ein oder eher dosiert? Oder ganz allgemein: bist du eher Futterangler oder Fallensteller?

Andreas Matzel: Das ist absolut situationsbedingt. Ich habe aber vom Prinzip her die Meinung – ich will den Fisch fangen, nicht füttern. Das wiederrum führt dazu, dass für mich die Qualität, nicht die Menge über den Fangerfolg entscheidet. Mit diesen Grundsätzen betreibe ich selbst meine Angelei. Ich gehen eher behutsam um beim Füttern, weil, wir dürfen ja nicht vergessen, alles das, was wir ins Wasser werfen, bleibt auch im Wasser – in welcher Form auch immer. Klar spreche ich jetzt eigentlich gegen mein Geschäft als Boiliehersteller, doch ist es mir wichtig, eher in die Richtung zu gehen – Qualität vor Quantität. Das sage ich auch zu meinen Kunden. Und wenn es die Situation wirklich einmal erfordert mehr zu füttern, dann muss das natürlich in Relation zum Fangerfolg stehen. Ich finde es absolut verantwortungslos, zuerst Mengen an Futter ins Wasser zu kippen um dann abzuwarten was geschieht. Oft nämlich gar nichts, außer das wir Unmengen an Biomasse produzieren...

Carpzilla: Mit deinem Squid Red HNV Boilie bist du fest davon überzeugt, dass dieser Köder an Naturseen unschlagbar ist. Woran machst du das fest?

Andreas Matzel: Aus vielen Rückmeldungen und eigenen Erfahrungen. Und nebenbei aus chemischer Sicht. Futter muss zuerst vom Fisch gefunden werden, damit wir erfolgreich sind, eh klar. Und auf Gewässern welche sehr natürlich wirken mit vielen Pflanzen und schlammigen Zonen, sind die Eigenschaften des Wassers ideal, damit sich die Reizstoffe des Boilies mit dem Wasser schnell verbinden. So kann der Fisch das Futter sehr schnell wahrnehmen und wir sind schneller erfolgreich. Ich gebe zu, das ist sehr, sehr kurz gefasst. Aber am Ende entscheidet die Chemie, wie unser Köder wahrgenommen wird. Und beim Squid RED Boilies funktioniert das eben sehr gut.

Carpzilla: Was würdest du Anglern mit auf den Weg geben, die nur ein geringes Budget für Köder aufwenden wollen?

Andreas Matzel: Nicht die Menge, die Qualität entscheidet! Das war auch die Idee, warum wir in 2kg Gebinden vertreiben. Es sollte die allermeisten Bedingungen abdecken um eine Session erfolgreich zu beenden. Wir sehen das bereits an den Verkaufszahlen, wo lieber zu hochwertigeren Ködern gegriffen wird. Und das bestärkt uns in der Annahme, dass wir am richtigen Weg sind.

Carpzilla: Wie können unsere Leser mit dir in Kontakt treten?

Andreas Matzel: Ganz einfach am besten via Email an info@boiliemaschine.at. Über soziale Netzwerke bin ich schwer bis garnicht zu erreichen, da diese Angelegenheiten meine Teammember erledigen. Aber Mails werden von mir immer persönlich beantwortet.

Carpzilla: Vielen Dank für deine Zeit, Andreas!

Andreas Matzel: Ich bedanke mich für dieses interessante und spannende Gespräch!

 

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Thomas Talaga zu Gast im Carpzilla Karpfenradio.
Karpfenradio #25: mit Thomas Talaga & Christopher Paschmanns
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Karpfenradio 09.06.2019

Wir haben ihn endlich vor Mikrofon des Karpfenradios geholt: Thomas Talaga! Ohne Zweifel einer der erfahrensten und erfolgreichsten Karpfenangler Europas und noch dazu ein sehr angenehmer Gespärchspartner, der seine Erfahrungen gerne teilt. Christopher Paschmanns hat Thomas am Wasser besucht und heraus kam ein ganz besonders guter Podcast, hört selbst!Instanz in Sachen KarpfenThomas Talaga ist der Autor der Bücher Watercraft - Passion Karpfenangeln, Watercraft - Erfolgreich Karpfenangeln 1 und Watercraft - Erfolgreich Karpfenangeln 2. Er fischt seit 35 Jahren intensiv und außergewöhnlich erfolgreich auf Karpfen und ist Teamangler bei Korda und Mainline.Im 25. Carpzilla Karpfenradio wird Thomas von Christopher Paschmanns - dem Autor von Karpfenzeit und Wassermann // Karpfenzeit 2 interviewt. Das mehr als einstündige Gespräch geht voll in die Tiefe zu spannenden Themen:Thomas Entwicklung als AnglerWas macht seinen außergewöhnlichen Erfolg aus?Wer inspiriert ihn?Cassien - erste Schritte und FaszinationLac du Der - 20 Fische über 40 Pfund in wenigen Tagen?!Warum Stipper die besseren Karpfenangler werden könnenWie sich Thomas Angeln über die Jahre verändert und entwickelt hatWas ist das Geheimnis, worauf kommt es wirklich an?Fermentierte Mehle in Boilies verarbeiten - der ultimative Trick?Enzyme zur Außenbehandlung von Ködern - wie geht das?Wie hat Thomas es geschafft, über 35 Jahre nicht auszubrennen und das Karpfenangeln so intensiv zu leben wie eh und je?Ein Ausblick: Thomas will die Watercraft-Serie fortsetzen!Natürlich äußert sich auch Christopher zu diesen Themen und lässt dich an seinen Erfahrungen teilhaben. Ein dichter, tief gehender Podcast ist hier entstanden, der dich definitiv auch am Wasser weiterbringt und dir für viele Zusammenhänge die Augen öffnet!Übrigens, dabie ist auch ein ganz besonders interessantes Einfach besser Angeln Audiocoaching entstanden, in dem sich Thomas und Christopher über die Bedeutung von Köderfarben unterhalten! Du kannst es hier anhören: https://www.carpzilla.de/cz-plus/audiocoaching/einfach-besser-angeln-dein-audiocoaching-14-koederfarben-mit-thomas-talaga-christopher-paschmanns-12524Bücher ohne Versandkosten!Um das zu feiern und jeden, der sie noch nicht hat, zu diesem wichtigen Schritt zu bewegen, versenden wir ab sofort und für 14 Tage die Bücher von Thomas im Carpzilla-Shop VERSANDKOSTENFREI!!! Also, unbedingt zuschlagen. Hier geht's zu den Büchern:Watercraft - Erfolgreich Karpfenangeln Teil 1:https://shop.carpzilla.de/buecher/watercraft-erfolgreich-karpfenangeln-teil-1.htmlWatercraft - Erfolgreich Karpfenangeln Teil 2:https://shop.carpzilla.de/buecher/watercraft-erfolgreich-karpfenangeln-teil-2.htmlViel Spaß mit diesem Karpfenradio!

Der Einfluss des Windes aufs Karpfenangeln.
Was der Wind bewirkt - von Sommerstagnation bis Herbstzirkulation: Michael Lechelt klärt auf!
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Nachgehakt 09.05.2020

Michael Lechelt arbeitet in der Abteilung Wasseruntersuchung eines Instituts für Umweltuntersuchungen und hat uns erst kürzlich in einem Interview die Bedeutung der Sprungschicht erläutert. In diesem Folgebeitrag geht er auf den Einfluss des Windes ein, um uns zu helfen, den Lebensraum Wasser noch besser zu verstehen.Angle in der warmen Jahreszeit im Wind und in der kalten am windabgewandtem Ufer! Gerade unter den Karpfenanglern ist diese alte Regel bekannt. Gleiches gilt aber auch für die anderen Friedfische und Raubfische, die den Futterfischen folgen. Wieso ist das aber so und wann genau ist der Wendepunkt zwischen diesen beiden Gegebenheiten? Dieser Artikel erklärt Euch die tatsächlichen Zusammenhänge und hilft Euch so, die Fische besser zu finden.Wie wir alle wissen, ist das Wichtigste beim Angeln die Lokalisation der Fische bzw. die Kenntnis über deren potentielle Aufenthaltsorte. In meinem Interview zur Sprungschicht haben wir uns mit dem wahrscheinlichen Aufenthaltsort der Fische hinsichtlich der Wassertiefe beschäftigt. Wir können ihren Standort aber oftmals noch weiter einschränken, wenn wir zusätzlich die Windrichtung beachten. Die zentrale Bedeutung für den Aufenthaltsort der Fische hat auch hier wieder die Wassertemperatur, weil die wechselwarmen Tiere meist wärmere Temperaturen bevorzugen und diese können in einem stehenden Gewässer, nicht nur in der Tiefe, sondern auch an den verschiedenen Ufern, sehr variieren! Die folgenden Betrachtungen beziehen sich auf tiefere, stehende Gewässer wie zum Beispiel den typischen Vereins-Baggersee. Sie können nicht auf Fließgewässer übertragen werden. Um den Einfluss des Windes auf die Fische verstehen zu können, müssen wir uns noch einmal mit einigen Grundlagen zum Element Wasser und dessen Eigenschaften beschäftigen. Dazu sollten wir die Bedeutung folgender Begriffe aus der „Limnologie“ (Binnengewässerkunde) verstehen. Dichteanomalie des WassersSommer- und WinterstagnationFrühjahrs- und Herbstzirkulation Dichteanomalie des WassersWasser hat seine höchste Dichte bei genau 4°C,  ist dann also am schwersten! Das heißt also, bei Temperaturen über 4° C ist es leichter und bei Temperaturen unter 4°C ist es auch leichter! Wasser ist mit Temperaturen unterhalb 0°C (Eis) am leichtesten und schwimmt auf wärmerem Wasser. Für uns eine Selbstverständlichkeit, bei den meisten anderen Flüssigkeiten ist dies aber nicht so. Hier nimmt die Dichte mit sinkender Temperatur kontinuierlich zu. Ohne diese spezielle Eigenschaft wäre das Leben im Wasser in unseren Breitengraden gar nicht möglich, denn anderenfalls würde ein Gewässer von unten nach oben zufrieren und jedes Leben im Winter vernichten.Sommer- und WinterstagnationSowohl in einem kalten Winter, als auch im Sommer kommt es zu einer stabilen Temperaturschichtung des Wasserkörpers, so dass auch der Wind diesen nicht mehr durchmischen kann. WinterstagnationIm Winter befindet sich das wärmste Wasser mit 4°C direkt am Grund, das kältere Wasser befindet sich aufgrund seiner geringeren Dichte an der Oberfläche. Je kälter, desto weiter oben. Bei einer Eisbedeckung ist der Wasserkörper gegen jeden Windeinfluss geschützt. Allerdings bleiben auch unsere Gewässer nicht vom Klimawandel verschont. Bei einem Winter ohne längere Temperaturphasen unter 4°C entfällt die Winterstagnation! Einfluss des Windes während der Winterstagnation Vorausgesetzt, der See ist nicht mit Eis bedeckt, so bewegt der Wind das kalte  Oberflächenwasser auf das Wind zugewandte Ufer und es entsteht eine Oberflächenströmung, die auf das Ufer drückt. Daraus resultiert eine Unterströmung, die das kalte Oberflächenwasser entgegengesetzt fließen lässt. In kleineren Gewässern kann die Unterströmung bis ans entgegengesetzte Ufer reichen. Wärmeres Wasser aus tieferen Bereichen wird dann bis nach oben ans Ufer gedrückt. Die Fische sind bei diesen Bedingungen oftmals, aufgrund der etwas wärmeren Wassertemperaturen, an dem windabgewandtem Ufer zu suchen. Allerdings stehen die Fische im Winter generell recht tief und verlassen die 4°C „warmen“ Bereiche kaum. Da der Stoffwechsel erheblich reduziert ist, haben Sie möglichst unterströmungsberuhigte Gewässerbereiche aufgesucht. Dieses können tiefere Bereiche sein, windgeschützte Buchten oder eben auch Kanten am windabgewandtem Ufer. SommerstagnationIn der wärmeren Jahreszeit erwärmt sich das Oberflächenwasser und „schwimmt“ dann auf dem kälteren Tiefenwasser. Es bildet sich eine „Sprungschicht“ (Siehe auch Interview Sprungschicht), die den tieferen Wasserkörper von dem Wasserkörper an der Oberfläche trennt. Dies kann, bei windstillem Wetter,  bereits  ab einer Wassertemperatur von ca. 6°C geschehen. Allerdings ist diese warme Oberflächenschicht (Epilimnion) dann im Frühjahr noch recht unstabil und kann durch Wind wieder durchmischt werden.  Ab ca. 12°C bildet sich dann eine stabile Schichtung aus.Einfluss des Windes während der Sommerstagnation Der Wind bewegt das warme Oberflächenwasser auf das windzugewandte Ufer und es entsteht eine Oberflächenströmung, die auf das Ufer drückt. Daraus resultiert eine Unterströmung, die das warme Oberflächenwasser nach unten abführt. In kleineren Gewässern kann die Unterströmung bis ans entgegengesetzte Ufer reichen. Kälteres Wasser wird dann von der Sprungschicht bis nach oben ans Ufer gedrückt. Bei stärkerem Wind verläuft die Sprungschicht auch nicht mehr horizontal, weil die warmen Wassermassen an das windzugewandte Ufer gedrückt werden. Die Fische sind bei diesen Bedingungen sehr häufig an dem Ufer mit  auflandigem Wind zu suchen. Bringen wir an diesem Ufer zusätzlich Futter ein, so können die „Duftstoffe“ durch die Unterströmung weit in den See hinausgetragen werden. Das Futter kann so von den Fischen besser wahrgenommen werden und lockt diese zu unserem Angelplatz! Neben der Beeinflussung der Wassertemperatur, spielen in der wärmeren Jahreszeit aber weitere Faktoren eine wesentliche Rolle. Die Wellenbewegung erzeugt am windzugewandten Ufer oftmals eine Aufwirbelung von Sedimenten und Freispülung von Nahrung. Es kommt zu einer deutlichen Trübung des Wassers. Die Oberflächenströmung führt weitere Nahrung mit sich. Durch das angetrübte Wasser und die Geräusche der Wellen fühlen sich die Fische auch direkt am Ufer sicher. Gerade Karpfen lieben diese Trübungszone und so manche Sternstunde ist diesen Umständen zu verdanken!    Frühjahrs- und Herbstzirkulation Zweimal im Jahr kommt es in unseren Breitengraden in der Regel zu einer vollständigen Durchmischung des Wasserkörpers. Das Wasser zirkuliert also von unten nach oben und umgekehrt. Frühjahrszirkulation Die Lufttemperatur erwärmt das Oberflächenwasser. Wenn das Wasser 4°C erreicht, sinkt es ab! Kälteres Wasser steigt von unten nach oben auf! Es kommt zur Zirkulation, die vom Wind noch gefördert wird, bis der gesamte Wasserkörper 4°C erreicht hat. Für die Fische das Signal, die Winterquartiere zu verlassen. Sollte die Winterstagnation aufgrund zu hoher Lufttemperaturen (größer 4°C) entfallen sein, so gibt es auch keine Frühjahrszirkulation. Die Herbstzirkulation geht dann direkt in die Sommerstagnation über!Einfluss des Windes während der Frühjahrszirkulation Der gesamte Wasserkörper hat jetzt die gleiche Temperatur. Die Fische können sich jetzt theoretisch überall aufhalten. Der Einfluss des Windes spielt während dieser Phase eine eher geringere Rolle, weil keine Wassermassen unterschiedlicher Temperatur bewegt werden können. Allerdings können warme Winde und die Frühjahrssonne das Oberflächenwasser bereits erwärmen. Daher gilt: Bei höherer Lufttemperatur das windzugewandte Ufer aufsuchen bzw. in flachen Gewässerbereichen fischen, die von der Sonne schnell erwärmt werden. Herbstzirkulation Die Lufttemperatur kühlt das Oberflächenwasser ab. Wenn die Wassertemperatur hier Werte erreicht, die unterhalb derer im Tiefenwasser (Wasserkörper unterhalb der Sprungschicht) liegt, so sinkt das Oberflächenwasser ab! Dieser Prozess beginnt bei ca. 10°C, je nach Tiefe und Größe des Gewässers (bei sehr großen und tiefen Gewässern ist es auch im Sommer unter der Sprungschicht sehr kalt). Der gesamte Wasserkörper wird durchmischt und die Sprungschicht löst sich auf. Die sauerstofffreien Bereiche, die oftmals im Tiefenwasser vorhanden waren, verschwinden. Dieser Zyklus setzt sich fort, bis der gesamte Wasserkörper 4°C erreicht hat. Der Wind fördert diesen Prozess maßgeblich. Einfluss des Windes während der Herbstzirkulation  Der gesamte Wasserkörper hat jetzt die gleiche Temperatur. Der Einfluss des Windes spielt während dieser Phase eine eher geringere Rolle, weil keine Wassermassen unterschiedlicher Temperatur bewegt werden können. Allerdings können kalte Winde das Oberflächenwasser weiter abkühlen. Auch in dieser Phase können sich die Fische eigentlich überall aufhalten. Jedoch ist der Stoffwechsel der Fische bereits verlangsamt und zwingt die Fische zu einer möglichst energiearmen Verhaltensweise. Ab ca. 6°C ziehen sie kaum noch umher und suchen möglichst unterstömungsberuhigte Gewässerbereiche auf. Dieses können tiefe Bereiche sein, windgeschützte Buchten oder eben auch Kanten am windabgewandten Ufer. Fazit und Faustregeln:PhaseTemperaturbereichAngel-Ufer bei WindFrühjahrszirkulationab Erwärmung der Oberflächenwassertemperatur auf über 4°CFische am windzugewandten Ufer, wenn die Lufttemperatur über der Wassertemperatur liegt. Andernfalls umgekehrt.SommerstagnationAusbildung der Sprungschicht, Temperaturen ab ca. 6 - 12°CFische am windzugewandten Ufer  Herbstzirkulationab Abkühlung der Oberflächenwassertemperatur auf ca. 10°CFische am  windabgewandten Ufer, wenn die Lufttemperatur unter der Wassertemperatur liegt. Andernfalls umgekehrt.WinterstagnationOberflächentemperatur unter 4°C, Wasserkörper mit 4°C am Grund am wärmstenFische am windabgewandtem Ufer (macht aber nur Sinn, wenn es hier auch tiefere Bereiche gibt) Zur Planung des nächsten Angeltrips solltet ihr daher immer über die Windvorhersagen informiert sein. Dafür gibt es hervorragende Apps fürs Handy. In der Kartendarstellung könnt ihr die genaue Windrichtung und Stärke auf die verschiedenen Ufer des Sees vorhersehen (links: Windy, rechts: Windfinder). Die Kenntnis über die Wassertemperatur ist entscheidend, um diese vier verschiedenen Phasen im Verlauf eines Jahres bestimmen zu können. Daher darf ein geeignetes Thermometer beim Angeln nie fehlen! Letztendlich geht es eigentlich immer nur darum, das Ufer mit dem wärmsten Wasser zu finden. Das kann z.B. im Frühjahr, entgegen der Faustregel, auch eine sonnenbestrahlte, flache Bucht sein, die im Windschatten liegt!Michael LecheltTeil 1 verpasst? Den Beitrag zur Sprungschicht liest du hier:https://www.carpzilla.de/mag/interview/das-bewirkt-die-sprungschicht-ein-interview-mit-michael-lechelt-14065.html

Jan Schütz ist Media Manager bei Carpleads, hier präsentiert er ein Stiff Rig mit KRV-Haken.
Haken - besser mit oder ohne Beschichtung? Nachgehakt bei Jan Schütz von Carpleads
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Nachgehakt 09.05.2019

Kürzlich berichteten wir über die neuen KRV-Haken in der Carpleads Range. Auf den ersten Blick ein klassischer Kurv Shank-Haken, auf den zweiten aber doch etwas anders geformt und vor allem in zwei Versionen erhältlich: Der „Razor Sharp“ ist der erste PTFE-beschichtete Haken von Carpleads, der „Tough Black“ ist ein KRV ohne diese Beschichtung. Premiere feierten beide Modelle auf der Carp Zwolle – und sie kamen gut an. Wir haben nachgehakt, bei Carpleads-Media Manager Jan Schütz.Carpzilla: Der KRV macht einen guten Eindruck, ohne Frage. Was auffällt ist, dass sein Öhr nicht so stark eingeschränkt ist wie bei anderen Anbietern. Das sollte sein Potential zu greifen noch erhöhen, lässt mehr Raum zwischen Öhr und Spitze, um zu greifen. Auch die Spitze ist besonders lang. Bewusste Entscheidungen? Wie läuft so eine Hakenentwicklung wirklich ab?Jan Schütz: Hallo und zunächst ein herzliches Dankeschön für das Lob und euer Interesse an unseren neuen KRV-Modellen. Die Hakenentwicklung ist ein sensibles Thema, da ein Haken maximales Vertrauen genießen muss, um beim Angler eine Chance zu bekommen. Das Vertrauen hängt einerseits von der Hakenform an sich ab, da es dort viele unterschiedliche Geschmäcker gibt, aber auch von der Materialstärke und zu guter Letzt natürlich von der Schärfe, die in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat.  Als Grundform kam, für unser erstes fertiggestelltes Modell der neuen Generation, zunächst ein Curved-Shank in Frage. Diese Form verwenden wir schon bei unseren Ready Ronnies und können zudem auf eine lange Testphase zurückblicken, in der das Modell uns, unsere Teamangler und auch ausgewählte Stammkunden sehr überzeugt hat. Auf die Hakenentwicklung selbst kann ich gar nicht im Detail eingehen da das den Rahmen hier bei weitem sprengen würde. Vom Beschluss, ein neues Modell auf den Markt zu bringen, über die Kommunikation mit verschiedenen Herstellern, dem Besuch in der Produktionsstätte, diversen Test-Modellen und -stufen, mehrmaligem „Korrekturschleifen“ bis zum finalen, unseren Wünschen angepassten Modell, vergehen locker 1 bis 2 Jahre, bevor die Haken dann in unserem Shop zu finden sind. Das ist auch der Grund, weshalb der KRV bereits im Februar auf den Markt kam: Wir waren mit diesem Curved-Shank Modell bereits nach 3 Korrekturstufen vollkommen zufrieden, während die anderen 5 Modelle noch etwas Nacharbeit bedürfen. Zur Form unseres neuen KRV: Wir haben bewusst ein nur minimalst eingeschränktes Öhr gewählt, um den Zug möglichst direkt und linear auf die Spitze des Hakens zu übertragen. Dadurch bietet er unserer Meinung nach eine höhere Stabilität gegenüber Aufbiegen und hat vor allem deswegen auch weniger Potenzial im Fischmaul zu hebeln und dadurch auszuschlitzen.Carpzilla: PTFE-beschichtete Haken bestimmen mittlerweile den Markt. Carpleads ist den Trend lange nicht mitgegangen. Warum die Entscheidung, solche Eisen jetzt doch ins Programm aufzunehmen?Jan Schütz: Die Entscheidung haben wir nicht alleine getroffen. Wir sind nach wie vor überzeugt von der Stabilität und der langanhaltenden Mittel-Schärfe unserer bisherigen Hakenmodelle. Jedoch wurden die Rufe nach PTFE-beschichteten Modellen immer lauter und somit befassten wir uns mit diesem Thema. Auch der ‚englische‘ Stil hat ja einen deutlichen Einfluss auf den europäischen Markt. Zur Pop-Up-Angelei bieten wir leichtere, schärfere und nicht-reflektierende Haken an. Uns wurde dann immer mehr bewusst, dass wir nun den Schritt zu einer vollkommen neuen Haken-Range gehen, bei der wir Stabilität und größtmögliche Schärfe aus einer Serienproduktion vereinen wollen. Im Sommer können wir dann sogar sechs verschiedene Modelle anbieten, um jedem Kundenwunsch gerecht zu werden. Die neue Range bietet ebenso Varianten in Barbless-Ausführung und neben dem PTFE-Modell (Razor Sharp) auch die Ausführung in Black Nickel (Tough Black).Carpzilla: Dennoch haltet ihr weiter an den unbeschichteten Modellen fest und die treffen auf viele Fans. Sie gelten als stabiler. Woran liegt das genau? Welche Vor- und Nachteile haben die Versionen mit und ohne Beschichtung?Jan Schütz: Die unbeschichteten Modelle waren bislang unser Steckenpferd was verlässliche, langlebige und scharfe Haken angeht. Wir hatten so gut wie keine Probleme, mit aufbiegen oder brechen - da sind uns aus der Online-Community schon ganz andere Fälle bekannt. Mitbewerber wurden schon mehrfach öffentlich ‚zerrissen‘, wenn Haken im Drill den Geist aufgegeben haben. Viele unserer Kunden schwören deshalb nach wie vor auf ein Black Nickel-Finish. Der Unterschied der beiden Ausführungen in Schärfe und Stabilität ist beim ‚Tough Black‘ und ‚Razor Sharp‘ (PTFE) im Herstellungsprozess begründet. Dabei muss ich allerdings einwerfen, dass wir hier nicht von meilenweiten, aber dennoch, in Extremsituationen, bemerkbaren Unterschieden sprechen. Die Haken unserer Range werden im Grunde für beide Ausführungen aus einer Vanadium-haltigen Legierung gefertigt. Dieser Stahl hat einen hohen, komprimierten Kohlenstoffgehalt und ist dadurch äußerst stabil und bietet die Möglichkeit, eine länger haltende, scharfe Spitze zu produzieren. Beim Herstellungsprozess werden die Haken der ‚Razor Sharp’-Serie während der Beschichtung mit PTFE nochmals erhitzt. Dadurch verändert sich das Trägermaterial in seiner molekularen Beschaffenheit - kurz gesagt: Der Stahl wird etwas weicher und spröder und deshalb minimal weniger stabil. Das große Plus ist allerdings die gewonnene Schärfe dieses Coatings. Es kommt dadurch zustande, da die hauchdünne PTFE-Beschichtung eine extrem geschlossene, glatte Oberfläche bietet und dadurch bei einem Biss leichter in das Fischmaul eindringt. Ein weiterer Vorteil dieser Beschichtung ist, dass sie auffällige Lichtreflexe minimiert. Diese Eigenschaft ist vor allem in flachem, klarem Wasser und in Kombination mit der Verwendung von Pop-Ups ein großes Plus. Besonders scheue und vorsichtige Fische haben es so schwerer, den Haken erkennen zu können.Die Black Nickel-Variante unter dem Namen ‚Tough Black‘ knüpft von der Machart nahtlos an unseren bisherigen Modellen an. Mit dem großen Vorteil, dass die ‚Neuen’ auch einen spürbar deutlichen Gewinn an Schärfe erfahren. Die ‚Tough Black‘ Haken werden im Elektrolyse-Verfahren, also einer Veredelung durch Strom in einer Art Wasserbecken, beschichtet. Hierzu trägt der einfließende Strom eine feine Nickel-Schicht auf die Roh-Haken auf und sorgt so für eine sehr materialschonende Beschichtungsart. Durch den Verzicht auf das PTFE-Coating und die damit einhergehende Material-Änderung können wir diesen Haken besonders für die harte Angelei empfehlen. Durch die stabilere, da dickere, Ausführung der Beschichtung ist ausserdem die Spitze etwas länger stabil, wenn auch minimal weniger scharf, als die ‚Razor Sharp‘. Beides, der Gewinn an Stabilität und die etwas weniger scharfe Spitze resultieren aus dem Beschichtungsverfahren, welches komplett anders ist als bei den PTFE-beschichteten Modellen. Mit der Entscheidung, zukünftig beide Beschichtungsvarianten anzubieten können wir sowohl den Bedürfnissen nach absolut robusten Haken, als auch der Nachfrage nach absolute scharfen, PTFE-Modellen nachkommen. Dadurch sollen möglichst alle Angler die passende Haken-Ausführung für ihre Angelei in unserem Programm finden.Carpzilla: Vielen Dank für die Einblicke! Zum Schluss und als Mehrwert für jeden Leser: Welches Rig ist deiner Meinung nach der Hammer in Kombination mit einem KRV?Jan Schütz: Im Grunde kann der KRV für fast jedes Ring genutzt werden, das war auch einer der Gründe, warum wir diese Form zuerst in unser Sortiment aufgenommen haben. Dennoch kann ich eine Empfehlung besonders in Kombination mit dem Ronnie Rig, wie es auch von uns als fertige Variante angeboten wird, geben. Ebenso eignet sich der Haken, durch die große Öffnung zwischen Hakenspitze und Öhr, für die Verwendung an Stiff Rigs oder aber auch ganz klassisch am Blowback Rig, mit einem kleinen Rig Ring. Weitere Rig-Ideen bieten wir zum Beispiel auch auf unserem Blog an. Im digitalen Rig-Guide bieten wir ‚Step by Step’-Bindeanleitungen für einfache Rigs, bis hin zu komplexen Montagen.

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