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Rig Professor David Gumhold erzählt aus dem Nähkästchen - Teil I
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Profi Tipps 02.01.2023

„Ist es wirklich notwendig, ultrakomplizierte Rigs zu basteln, um besonders vorsichtige Karpfen zu überlisten?“ Diese Frage stellte sich Pro Lines Teamangler David Gumhold. Hier zeigt er euch nun, auf welche vier Rigs er sich immer verlassen kann. Spoileralarm: Es sind vermutlich nicht die Rigs, die euch als erstes in den Sinn kommen. Aber nun lassen wir David erzählen:Wo fängt es an, wo hört es auf?Wer so manche Literatur über das moderne Karpfenangeln liest, dem wird gleich aufgefallen sein, dass man teilweise eine Fachhochschule besucht haben muss, bevor man seinen Haken im richtigen Winkel an der Vorfachschnur anknüpfen darf. Ich bin überzeugt, dass man auch mit einem einfachen Rig zum gewünschten Erfolg kommen kann. Mono-Rigs werden oft unterschätzt, die Steifigkeit der Materiealien schreckt viele davor ab, diese zu verwenden. Jedoch haben sie einen großen Vorteil, einerseits das sogenannte „Reseten“ funktioniert einwandfrei und dazu kommt noch eine gewisse Selektivität durch die Steifigkeit. Den Anfang macht mein Big Balls Rig, dass ich für Ködergrößen ab 20mm verwende. Ihr bindet es wie folgt:(Die einzelnen Arbeitsschritte findet ihr in der Bildbeschreibung!)Big Balls RigBenötigt wird dazu nur ein Monofilament in dem gewünschten Durchmesser von 0,40 mm aufwärts (ca.20lb) und die richtige Hakenform, in diesem Fall eine Kontinental Form (Gr.6). Die gerade Spitze und der gerade mittellange Schenkel Sorgen für den gewünschten Hakensitz im Fischmaul. Der Trick bei so einem Rig ist lediglich, dass man den Austrittswinkel des Haares mit 3 Wickelungen unterhalb des Haars, gegenüber der Hakenspitze, verändert und somit eine Art Klaue erzeugt. Die Spitze zeigt dadurch mehr Richtung Hakenöhr. Wer möchte kann den Hakenschenkel noch zusätzlich mit einem Shrinktube als Line Aligner verlängern um den Austrittswinkel des steifen Mono‘s anzupassen. Was noch zu erwähnen ist, dass man dieses Rig unbedingt mit einem Ringwirbel am Blei einsetzen sollte, um die gewünschte Beweglichkeit zu erhalten.Hinged Stiff RigDas nächste Rig, welches ich euch vorstellen möchte, ist ein wahres Multitalent in Sachen Köder-Präsentation. Viele kennen es wahrscheinlich als Pop Up Rig, das Hinged Stiff Rig. Hier heißt es steif, aber gelenkig bleiben. In den meisten Fällen wird dieses Rig für die Pop Up Präsentation genutzt. Jedoch kann man es auch sehr gut für Wafter oder Bodenköder einsetzen.  Bei den meisten Stiff Rigs fehlt es an Gelenkigkeit im Hakenbereich. Beim Hinged Rig haben wir alles was wir benötigen, die Steifigkeit und die Beweglichkeit. Für Wafter würde ich das ganze Rig mit einem Kontinental Haken nutzen. Für die Flexibilität, wenn man nicht genau weiß was man einsetzen möchte, kann ich euch auch einen Haken mit einem nach außenstehenden Öhr empfehlen, mit dieser Form kann man ebenso alles abdecken, sei es einen Wafter oder ein Pop Up präsentieren.Mehr in Teil IIIm zweiten Teil geht´s dann um zwei weitere Rigs, die euch vielleicht zum Nachdenken anregen. Seid gespannt!

Rig Professor David Gumhold erzählt aus dem Nähkästchen Teil II
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Profi Tipps 03.01.2023

Im ersten Teil von David Gumbolds Mag Beitrag hat er uns bereits zwei seiner favorisierten Rigs näher gebracht. Nun präsentiert er im zweiten Teil, welches Rig er auf einem Futterplatz und welches in schwierigen Situationen verwendet. Alle Rig-Fanatiker aufgepasst, das wird euch interessieren!Das Futterplatz RigDieses Rig ist extrem schnell erklärt und gehört zu meinen absoluten Favoriten.Hier handelt es sich um ein Kombirig Reverse. Der Bereich zum Blei ist aus einen relativ abriebfesten Geflecht und die Hakensektion aus sehr steifem Fluorocarbon oder Monofilament. Je nachdem, was man eben benutzen möchte. Als Haken kommt hier ein „Longshank No Escape“ in Nailer Form zum Einsatz. Die „Curv“ Form und der dazu überdurchschnittlich lange Schenkel, sorgen für brutalen Hakensitz im Fischmaul. Dabei ist zu beachten, dass man die steife Hakensektion nicht zu lang macht, ca. 3-6 cm sind optimal. Der weiche Part vom Rig kann flexibel von 15-30 cm variieren. Den Köder befestigen wir ganz simpel an der D-Rig-Schlaufe und einem Ringwirbel am Haken. Zusätzlich darf man bei diesem Rig nicht das Kontergewicht vergessen, welches man genau an der Verbindung zwischen dem steifen und dem weichen Geflecht anbringen sollte. Durch das D am Haken und die steife Hakensektion, wird das Rig immer mit der Spitze nach unten im Fischmaul landen, zusätzlich kann es nur gerade ausgeblasen werden, da die ersten 3-6 cm steif sind. Als Hakenköder eignen sich besonders gut Bodenköder in 20-25 mm, oder auch die Snowman-Präsentation. Mit Waftern kann es schon mal passieren, dass die Fische aufgrund des fehlenden Gewichts an der Hakenspitze überall im Maul gehakt werden. Ach, und aufgepasst: Dieses Hakenmodell hat einen großen Nachteil in der Angelei im dichten Kraut oder direkt vor Hindernissen. Hier würde ich es nicht empfehlen. Es ist ein reines „Open Water Rig“. Wer es trotzdem gerne für die Hindernisfischerei einsetzen möchte, sollte den Haken in Größe 8 verwenden. Ansonsten ist Größe 2 oder 4 sehr zu empfehlen. Für kleinere Köderpräsentationen, z.B. 16mm + Pop Up, kann man auch die Hakengröße 6 nutzen.Das Gewichtsverlagerungs-RigViele Angler nutzen bei der Angelei auf vorsichtige Fische gerne Wafter. Nur wenige verlagern jedoch das Gewicht beim Köder. Alles muss immer leichter und sanfter zu Boden sinken, damit es leichter ins Maul fliegt. Gerade hier stellen sich die Fische auf das Gewicht beim Fressen ein und das Verhalten des Futters im Maul. Fällt ein Happen aus dem Raster, z.B. ein rückwärts angebotener Half and Half  Köder mit einem Bleischrot als Stopper, dann wird es für den Karpfen schwer, ihn wieder auszublasen. Der Haken steht immer in optimaler Position mit der Spitze nach unten. Durch den extra lang gebogenen Shrinktube und die Tatsache, dass das Haar weit im Hakenbogen austritt, ist die Spitze zusätzlich beschwert und der Haken dreht sich besonders gut ein. Hierfür nutze ich gern einen Wide Gape Haken der Größe 4, ein ca. 40 mm langes Stück Shrinktube und ein 0,4g Bleischrot als Stopper. Für die Hakensektion verwende ich ein weiches 25lbs Geflecht und Chodfilament für die Bleisektion. Da ich ein großer Freund vom Crimping-Tool bin, wäre es auch hier möglich, das Ganze zu Crimpen, um das Chodfilament und das Geflecht miteinander zu verbinden. In diesem Fall hier, habe ich einfach das Haar aus einem Geflecht gebunden. Dann das Geflecht von vorne durchs Öhr und mit dem Illusion-Material einen No-Knot gebunden. Dann wird der Shrink-Tube aufgezogen und gedämpft. Wichtig ist, dass zwischen den beiden Monos wieder ein Wirbel in Größe 8 verwendet wird. Zusätzlich kommt dann noch ein wenig Tungsten-Putty auf diesen Wirbel.Gibt es das perfekte Rig? Vielfach zitiert, jedoch für mich die passendsten Worte: Die besten Rigs und das beste Futter helfen dir nichts, wenn du mit deinem Köder am falschen Platz liegst. Ich glaube aber, man sollte auch die richtige Futtertaktik zum jeweiligen Rig wählen, bzw. umgekehrt. Die Vorfachlänge ist oft entscheidend und spielt eine sehr große Rolle unter Wasser. Wer mit nur wenigen Boilies und kleinen Pellets sowie Partikeln an den Start geht, sollte ein relativ kurzes Vorfach verwenden (bis ca. 15 cm). Durch die große Menge an kleinen Partikeln kleben die Fische beim Fressen regelrecht am Gewässergrund. Unsere Freunde legen dann eher ein Fressverhalten an den Tag, das einem Staubsauger ähnlich ist, ohne sich hier groß zu bewegen. Perfekt also für den Einsatz von kurzen Rigs und kleinen Ködern auf kompakten Futterplätzen. Am liebsten füttere ich jedoch Boilies in Größen von 20-25 mm und meist nur wenige auf ein großes Areal. Das bringt zwei große Vorteile für mich mit. Zum einen zwingt es die Fische dazu, dass sie sich bewegen müssen und zum anderen kann ich mit der gleichen Futtermenge einen viel größeren Gewässerbereich abdecken. Bedeutet, dass die Karpfen zwischen den Ködern größere Strecken zurücklegen müssen. Laut der gängigen Theorie wäre hier nun ein längeres Rig mit einem großen 25 mm Boilie als Hakenköder angebracht, da die Fische Köder für Köder aufsammeln und gleich weiter schwimmen oder erst gar nicht komplett auf den Gewässergrund gehen. Stattdessen versuchen sie eher, den Köder aus einer gewissen Entfernung anzusaugen. Hier wäre ein zu kurzes Rig regelrecht ein Fehler und die Fische könnten gar nicht, oder viel zu knapp, gehakt werden.Ich hoffe, ich habe euch den ein- oder anderen neuen Kniff zeigen können. Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, dass es in dem ganzen „Rig-Wirr-Warr“ Jahr für Jahr neue Möglichkeiten gibt, den Köder zu präsentieren. Ich glaube aber, das Wichtigste ist, Vertrauen in sein Rig zu haben. Nichtsdestotrotz darf man ab und zu auch etwas über den eigenen Tellerrand hinausblicken, um vielleicht den einen oder anderen Unbekannten ans Band zu bekommen.TL Euer David 

Malte Fischer-Waldermann mit Paylake-Fuffi.
Malte Fischer-Waldermann und Nils Elders: Paylake, easy oder?!
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MAG 06.01.2023

Wenn man das Wort „Paylake“ hört, dann denkt man oft an befestigte Wege um den ganzen See herum, super gepflegte Sanitäranlagen, toll hergerichtete Swimms und vor allem viele Läufe und dicke Fische. Malte Fischer-Waldermann und Nils Elders - Teamangler bei Dreambaits - fuhren mit diesen Gedankengängen Ende des Jahres an ein kommerziell bewirtschaftetes Gewässer nach Frankreich. Wie es wirklich lief, erfahrt ihr hier.Große Erwartungen vs. RealitätEnde November fuhren wir mit vier Freunden nach Frankreich an einen kommerziell bewirtschafteten See, um mal so richtig zu fangen! Lange vorab buchten wir diesen Trip und gönnten uns sogar eine Exklusivbuchung. Die Jahre zuvor waren Nils und ich immer an einem heimischen Baggersee im Herbst unterwegs und fingen nur mit viel Aufwand wenige Fische. Da kam die Idee von unserem Kumpel aus dem hohen Norden, „ob wir ihn nicht nächstes Jahr mit nach Frankreich begleiten wollen“, genau richtig!Gesagt getan! Ein Jahr später befanden wir uns im Auto auf dem Weg nach Frankreich und natürlich motiviert bis in die Fingerspitzen mit einem breiten Grinsen im Gesicht durch das Wissen mal so richtig abzuräumen. Doch die erste richtige Ernüchterung kam direkt nach Ankunft. Die Wege (ob man das ganze Weg nennen kann bezweifelten wir) waren durch den starken Regen, Bodenfrost und Verkehr der letzten Tage und Wochen so aufgeweicht, dass es kaum möglich war mit den gut beladenden Autos an unseren Angelplatz zu gelangen. Unsere Devise: „Wer vom Gas geht, verliert!“, führte aber dann nach einigem Rutschen doch zum Erfolg und wir brachten die Autos heile (mit ein paar Aufsetzern und den daraus resultierenden Flüchen) zum Angelplatz.Ankommen, aufbauen, fütternNach dem Aufbauen der Zelte auf der darauf vorgesehenen Wiese, die eher einem aufgeweichten und brutal bespielten Fußballfeld glich, fingen wir an, den See einmal komplett auszuloten und mit neuester Technik eine Seekarte zu erstellen. Hierbei viel uns eine Ecke auf, in der wir ein paar Fische lokalisieren konnten. Diese Beobachtung stimmte uns natürlich direkt positiv, da die Fische den Anschein erweckten mobil und noch nicht in die Winterlethargie übergegangen zu sein. Somit hielten wir an unserem Plan fest zwei Futterplätze anzulegen und diese zunächst nicht zu befischen, sondern aufgrund des Angeldrucks erst einmal Vertrauen zu schaffen. Unsere Idee war es, wegen der doch niedrigen Wassertemperatur viel mit gesoakten Pallets zu arbeiten und im Verhältnis weniger Boilies zu füttern. Sprich, wir griffen auf die Formel „Viel Attraktivität, mit weniger Sättigung“ zurück. Den eigentlichen Platz legten wir im zentralen Bereich des Sees mitunter im tiefsten Bereich an.Viel Futter, große WirkungDirekt während der ersten Fütterung des abgesteckten Platzes, konnten wir jede Menge Sicheln feststellen, die auf unser frisch eingebrachtes Futter reagierten und sich im Bereich einfanden. Die Krone setzte der einzige Stör im See auf, weil er beim Füttern direkt zweimal kerzengerade aus dem Wasser sprang. Wir hatten das Gefühl er wollte uns sagen: „Geil Jungs! Endlich mal Leute, die vernünftig Füttern und nicht immer diese Häppchen zum Probieren als Fallen im See verteilen.“. Diese direkte Resonanz der Fische auf unser Futter ließ natürlich das Vertrauen in die angewandte Taktik steigen. Wir hätten natürlich am liebsten direkt die Ruten auf das Futter gelegt, doch wir blieben diszipliniert und verfolgten unseren Plan. Auch unsere beiden Kumpels verfolgten genau diese Taktik. Also verteilten wir unsere Ruten auf unattraktive Weise für den Stör, aber hoffentlich produktiv für die Karpfen als Fallen im ganzen See, aber weit genug weg vom angelegten Futterplatz.Schneller AbnehmerFalsch gedacht! Am nächsten Morgen meldete sich um 07:00 Uhr der erhoffte Wecker in Form eines Dauertons von Nils Delkim. Motiviert sprang Nils in die Falte und kam nach einiger Zeit mit unserem Bekannten vom Vortag zurück. Der Stör fand wohl nicht nur unseren Futterplatz interessant, sondern bediente sich auch an den Fallen. Trotzdem war es ein sehr positives Erlebnis dieses Urzeitmonster mit über 30kg mal von der Nähe aus gesehen zu haben. Die Motivation war weiterhin hoch. Nachdem über den Tag keine Aktion zu verbuchen war, legten wir unsere Fallen neu und versorgten unsere Futterplätze erneut mit einer guten Ladung Futter. Denn unser Plan war es, in der dritten Nacht mit den ersten Ruten auf dem Futter zu fischen. Nachdem wir den ersten richtigen Abend in unserem „Social Dome“ verbracht hatten und uns mit richtig guter Laune und großen Erwartungen auf unseren Liegen zurückzogen, war die Enttäuschung am nächsten Morgen umso größer. Kein Lauf, kein Biss, kein Piepen – einfach nichts! In dieser Situation kamen wir uns echt ein wenig „dumm“ vor. Wir wussten wie viele Fische in diesem überschaubaren See schwimmen und wir konnten einfach keinen überlisten! Aber gut, Mund abwischen und nach vorne schauen, schließlich wollten wir in der dritten Nacht die Ruten aufs Futter ziehen. Mit dem Futter würden wir die Fische schon kriegen, dachten wir.Läuft nicht? Taktik ändern!Ganz nach dem Motto: „Wenn es schon scheiße läuft, dann aber richtig!“, fingen wir in der darauffolgenden Nacht wieder keinen Fisch. Weder auf dem Futter, noch auf Falle. Unser gemeinsames Frühstück im Dome verbrachten wir mit Fachsimpeln. Was können wir tun? Woran hat es gelegen? Was ist noch möglich? Und wir fingen an unsere Erwartungen nach unten zu schrauben. Vielleicht fangen wir jetzt keine 20 Fische mehr, aber jeder wird schon seinen Fisch fangen! Also versuchten wir von diesem Moment an alles! Jede Taktik wurde angewandt und jeder potenzielle Platz befischt. Wir suchten sogar die Fische mit den Echoloten und legten die Montage quasi direkt auf dem Kopf der Fische ab. Wir fischten Single Hookbait und warfen die Pop Ups alle 30 Minuten neu. Wir versuchten es mal nur mit Weichfutter zum Hakenköder. Des Weiteren erinnerten wir uns an die „Dirk Schumacher Rainbow Taktik“ und fütterten ca. 5 kg Futter punktuell auf den Hakenköder. Um es kurz zu fassen, wir versuchten wirklich alles, um einen Fisch zu fangen, doch es passierte nichts! So steuerten wir direkt auf das Ende unserer Woche Angelurlaub zu. An Guter Laune scheiterte es nicht, denn neben dem Angeln amüsierten wir uns prächtig mit guten Gesprächen, leckerem Essen, gutem Wein und dem ein oder anderen Longdrink.Unverhofft und in letzter SekundeZum Ende der Woche veränderte sich dann nochmal das Wetter und ein kaltes klares Hochdruckgebiet mit ausreichend Frost wich einem Tiefdruck mit ordentlichem Wind. Am letzten vollen Tag vor der Abreise war unsere tägliche Prognose beim Frühstück mittlerweile schon so weit, dass wir mit einem einzelnen Fisch zufrieden wären. Aber selbst daran dachte keiner mehr von uns vier. Also packten wir schon so gut es ging unsere Sachen zusammen, damit es am Abreisetag schneller auf die Autobahn gehen konnte. Im direkten Anschluss setzten Nils und ich uns in mein Zelt, um die Platzverlosung für unser jährliches Social mit den Jungs durchzuführen, welches am Wochenende danach stattfinden sollte. Irgendwie hatte ich mitten in der Verlosung ein komisches Gefühl und ging zu meiner Joker-Pop-Up-Rute, um diese erneut umzulegen. Da bemerkte ich, dass der Swinger meiner Buchtrute direkt unterm Blank stand und auf Spannung war. Warum hatte ich diesen Biss nicht über meine Funkbox mitbekommen!? Im Nachgang stellte sich heraus, dass der Kontakt zur Batterie defekt war und die Funke gar nicht funktionieren konnte. Wie lange diese defekt war, konnte ich mir nicht erklären. Am Anfang der Session hatte diese noch einwandfrei funktioniert.Zurück zum Biss. Dort stand ich nun nach sieben Tagen ohne Aktion mit der Rute in der Hand und einem Biss, den ich noch nicht mal mitbekommen hatte. Irgendwie fühlte es sich komisch an und das Gefühl, der Fisch konnte bereits weg sein, überwog der Freude über den Biss. Ich hatte das Gefühl, die Schnur rieb an Unterwasserpflanzen. So übte ich keinen weiteren Druck aus, sondern wartete auf Nils, bis er mich mit dem Faltboot abholte. Dieser konnte es zuerst nicht glauben und dachte ich würde ihn auf den Arm nehmen wollen. Nachdem ich in die Falte gesprungen war, ruderte Nils direkt in die Bucht, in der ich die Rute über 24 Stunden zuvor abgelegt hatte. Der Fisch war tatsächlich noch am Haken und hatte sich kaum vom Platz, an dem ich die Rute abgelegt hatte, bewegt. Nach kurzem Drill sahen wir den Fisch zum ersten Mal an der Oberfläche und waren uns direkt sicher, dass es ein 40er ist. Nachdem der Fisch dann endlich den Weg in den Kescher gefunden hatte, konnten wir uns den Jubel auf dem Wasser nicht verkneifen. Wir hatten es tatsächlich noch geschafft nach über einer Woche Blank am letzten Nachmittag unseres Trips einen Fisch zu fangen. DER Fisch des TripsNachdem wir den anderen beiden Bescheid gegeben hatten, kamen sie direkt zu unserem Swim, um den Fang mit uns zu feiern. Der wohlverdiente Schluck aus dem Flachmann folgte als der Fisch versorgt war. Das Wiegen und anschließende Fotoshooting zelebrierten wir alle zusammen und freuten uns, dass wir dem See doch noch einen Fisch entlocken konnten. Die Waage blieb dann bei knapp über 25 kg stehen, was uns erneut ein großes Lächeln in das Gesicht zauberte.Der Fang motivierte uns dann nochmal alle Ruten erneut zu fahren, doch, wie die Nächte zuvor, blieben unsere Bissanzeiger stumm. Als wir dann mit dem Zusammenpacken starten wollten, fing es wie es nicht anders hätte sein können an zu regnen. Die Zelte, die eigentlich trocken waren, wurden nass eingepackt, die Wiese und der Weg, die eigentlich wieder befahrbar waren, weichten so schnell auf, dass wir erneut um die sichere Ausfahrt bangten. Als dann endlich alles in dreckigem und matschigem Zustand im Auto verpackt war, waren wir erleichtert und zogen uns erstmal saubere Sachen für die Rückreise an. Wir stiegen ins Auto und Nils wollte eigentlich vorfahren. Wie sollte es anders sein, der Trip hatte dann doch noch eine Überraschung für uns parat. Nils Autobatterie war durch das viele Öffnen der Türen wohl entladen und das Fahrzeug sprang nicht an. Natürlich hatte keiner von uns ein Überbrückungskabel dabei. Also was tun? Wieder rein in die Wathose und versuchen das Auto anzuschieben, damit der Wagen wieder anspringt. Einen vollgeladenen Caddy schiebt man aber nicht mal eben über eine matschige Wiese. Also schoben wir im Stile eines „US Football Teams“ den Wagen mehr oder weniger schnell über die Wiese, sodass er dann doch wirklich nach etwa 150m anfing zu laufen.Ob Paylake easy war?!Zusammengefasst kann man sagen, dass ein Paylake nicht immer den Luxus und das einfache Angeln mit vielen Läufen und Fischen mit sich bringt. Aber er bietet doch die optimale Rahmenbedingung, um mit kleineren Gruppen gemeinschaftlich angeln zu können. Wir konnten uns beim Rutenlegen frei bewegen und uns den See so aufteilen, wie wir wollten. Weiterhin konnten wir immer super zusammensitzen und hatten nur kurze Wege zu den Ruten. Die Wetterbedingungen kann man sich nie aussuchen, aber eine Jahreszeit, die außerhalb des Angelns weniger ereignisreich sein kann. Unser Fazit: Paylake ist nicht immer easy! 

Kai Thiry mit dickem Spiegler aus kleinem Fluss.
Kleine Flüsse – große Fische?! 6 Profi Tipps fürs Fluss-Abenteuer!
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Profi Tipps 13.01.2023

​Unter der Rubrik Top Tipps bekommen unsere Carpzilla+ Abonnenten Tipps aus erster Hand, die ihr Angeln weiterbringen sollen. Um allen Lesern die Chance zu bieten durch unser Wissen zu profitieren, wollen wir euch künftig einen Einblick in dieses Format gewähren und einen Teil der Top Tipps auch hier preisgeben. Heute geht´s ums Thema „Karpfenangeln am kleinen Fluss“.Der Winter hält ein und nach den verrückten Temperaturen um Silvester wird es wieder kühler. In den letzten Profi Tipps gab es viele hilfreiche Tipps zum Winterangeln - und einer zielte genau darauf ab: Probier´s im Winter am Fluss. Wir wollen tiefer auf die Angelei an kleinen, oft stark unterschätzten, Flüssen eingehen und bedienen uns dem Wissensschatz von Florian Schwarz, der am Fluss groß geworden ist und seine Erfahrungen zum Thema im #75 Audiocoaching mit Christopher Paschmanns austauscht… Tipp #1: Unterm RadarFische, die sich bewegen, müssen auch fressen! Und dennoch laufen viele Flüsse - und besonders die kleinen Flüsse - völlig unterm Radar. An den vielen Kilometer langen Flussläufen herrscht deutlich weniger Angeldruck, es gibt nicht selten auch idyllische naturbelassene Bereiche, die noch nie einen Karpfenangler gesehen haben. Warum? Weil die meisten sich nicht vorstellen können, dass es hier überhaupt Karpfen gibt oder anzweifeln hier die „Großen“ zu fangen. Falsch gedacht! Denn auch kleine Flüsse beherbergen große Überraschungen. Ein Beispiel gefällig? Kai Thiry war Anfang 2022 in Frankreich an vier verschiedenen Gewässern unterwegs. Und erst der kleine unscheinbare Fluss brachte den ersten Fisch der Saison – und was für einen!Tipp #2: Hot Spot AltwasserFlo beschreibt seine Hotspots im Audiocoaching sehr präzise. Altwasser bzw. Altarme bieten den Karpfen viele Vorteile: Wenig Strömung, seichtes Wasser, viele Wasserpflanzen und viel Nahrung. Dennoch angelt er selbst nie im Altwasser, sondern wählt Spots auf den Zugrouten der Fische, sprich im Einlaufbereich zum Altwasser. Dies hängt zum einen damit zusammen, dass es im Altwasser selbst mit den ganzen Hindernissen sehr schwierig wird die kampfstarken Flussfische zu halten. Zum anderen bietet man den Fischen den Rückzugsort- die Holding Area- innerhalb des Altwassers und schafft weniger Misstrauen. Im Einfahrbereich ist auch häufig ein Übergang von schlammig-sandigem Grund zu Kies oder Steinpackung zu beobachten, der Lebensraum für viele Futtertiere bietet.Tipp #3: Unauffällige Hot SpotsSo ein Altwasser ist natürlich Anlaufpunkt für die meisten Angler, nicht nur für Karpfenangler. Dabei haben die kleinen Flüsse noch deutlich mehr Hot Spots zu bieten, die bei weniger Angeldruck viel produktiver sein können. Ein von der Natur geschaffener Hotspot sind Kehr- oder Rückströmungen die sich nach scharfen Kurven oder Hindernissen einstellen. Hier sammelt sich allerlei Futter für die Fische und sinkt zu Boden – also prädestiniert, um auch unser Futter hier einzubringen! Ein super Nebeneffekt ist, dass hier deutlich weniger Treibgut in den Schnüren hängen bleibt.Noch unauffälliger sind Vertiefungen im Flusslauf, sogenannte Gumpen, die nicht anhand der Oberflächenbewegung so einfach identifiziert werden können. Doch wie findet man diese? Eine Möglichkeit ist es, den Abschnitt mit der Karpfenrute und einem Tastblei abzulaufen und so tiefere Bereiche ausfindig zu machen. Oder wie es Flo Im Audiocoaching schildert: Gehe einfach mit der Spinnrute und Gummifisch auf Spotsuche für Karpfen! Auch mit einem Wurfecholot wie dem Deeper ist es möglich die Tiefenstruktur zu scannen und schnell Meter zu machen. Strukturveränderungen, die sich zum normalen Flussverlauf unterscheiden sind immer interessant, vorausgesetzt die Tiefe stimmt!Tipp #4: Instant oder Futter?Richtig eingesetztes Futter kann am Fluss zu regelrechten Fangorgien führen. Dennoch gehört viel Know-How dazu, die richtigen Mengen einzubringen. Im Fluss gibt es deutlich mehr Fischarten, die sich für unser Futter interessieren und auch ohne Probleme Boilies verputzen. Barbe, Döbel, Alande und andere große Weißfische kommen da nicht selten als Beifang vor. Mengen pauschal zu nennen ist nicht möglich, hier muss jeder für sich herausfinden, was zum Bestand und Gewässer passt. Wenn man die Möglichkeit hat Plätze zu kontrollieren, umso besser. Wie so oft zahlt sich die Regelmäßigkeit meist aus und wird Dir auf lange Sicht natürlich mehr Fische bringen. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht sinnvoll wäre instant am Fluss zu angeln - ganz im Gegenteil! Die zuvor beschriebenen Hotspots sind immer für einen Fisch gut und besonders dann, wenn am überlaufenen Hausgewässer die angepeilte Stelle mal belegt ist, oder Du einfach mal was anderes ausprobieren möchtest, ist der kleine Fluss immer eine Option. Zudem ist es häufig schlichtweg nicht notwendig Geld in Form von Futter einzutragen, um erfolgreicher zu sein!Tipp #5: Pop Up am Fluss?!Eine Frage, die immer wieder gestellt wurde: Kann ich mit Pop Ups am Fluss angeln? Flo war selber jahrelang skeptisch, doch die letzten Jahre haben ihm gezeigt, dass Pop Ups sogar den Unterschied ausmachen können. Wenn man vorwegnimmt, dass Karpfen von Natur aus sehr neugierig sind und auch sich bewegende Tierchen wie Krebse & Co. fressen, warum sollten diese dann keinen in der Strömung stehenden oder sich bewegenden Pop-Up aufnehmen? Genau dann, wenn der normale Hookbait nicht liefert, kann der extra Reiz mit einem Pop Up den Bann brechen, berichtet Flo. Washed Out Pinke Pop Ups am Ronnie Rig haben sich als echte Bank an einem von Flo´s Flüsschen herauskristallisiert.Tipp #6: Der richtige FlussabschnittPrägend für die meisten kleinen Flüsse ist die Tatsache, dass diese durch Staubauwerke wie Wehre, Staustufen oder Rauschen vom Menschen verändert wurden. Sei es zum Zwecke der Energieerzeugung mittels Wasserkraft, der Wassernutzung in der Landwirtschaft oder für gewisse Maßnahmen des Hochwasserschutzes – diese Bauwerke grenzen die Bestände in einer gewissen Form schon ein. Auch wenn Fische durch Hochwasser oder Fischtreppen Abschnitte wechseln können, so ist davon auszugehen, dass bestimmte Abschnitte häufig über einen besseren Karpfenbestand verfügen als andere. Diese Fragen sollte man sich deswegen zuallererst stellen: Werden durch Angelvereine hier Karpfen besetzt? Werden auf diesem Abschnitt häufiger Karpfen gefangen? Gibt es stille Flachwasserbereiche wie Altwasser oder Seitenarme, in denen sich Karpfen auf natürliche Weise reproduzieren können? Kannst du diese Fragen für einen Abschnitt mit Ja beantworten, bietet es sich an es hier zunächst auszuprobieren. Hier kommt man in der Regel schneller zum ersten Fluss-Karpfen! Euch hat der Beitrag gefallen und Ihr wollt noch weitere 6 Tipps zum "Karpfenangeln an kleinen Flüssen"? Dann schließt jetzt ein Carpzilla+ Abo ab oder startet eine kostenlose Testwoche auf Carpzilla+ und wir verraten euch im Beitrag "Unterschätzte Gewässer! 12 Tipps fürs Karpfenangeln am kleinen Fluss!" sechs weitere Tipps zum Thema! Welche Tipps dich bei Carpzilla+ noch erwarten:Sauber AblegenPraktische FutterhilfeGroße Karpfen im Fluss selektierenFlo´s Fluss RigWinter am FlussHochwasser und Schmelzwasser​Darüber hinaus habt ihr Zugriff auf über 90 veröffentlichte Audiocoachings zu diversen Themenfeldern. Mit dem passenden „Einfach Besser Angeln – Audiocoaching #75“mit Florian Schwarz und Christopher Paschmanns erwarten Euch noch viele weitere spannende Tipps zum Thema. Oder ihr begleitet Flo und Mark bei einem krassen Fangrausch am kleinen Fluss im 21. Teil von „DA GEHT WAS“ auf Carpzilla+!

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