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Sonnenaufgang am Etang de Gaulois
Christopher Paschmanns Blog - Paylakes – geht das klar?
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MAG Blogs 11.01.2021

Ich stamme aus einer Zeit, in der kommerzielle Gewässer, Paylakes, echt verpönt waren. „Real“ war eben nur der „echte, öffentliche Shit“: Lac de St’Cassien oder Salagou im Winter, die großen französischen Flachlandseen im Herbst, Roadtrips im Frühjahr oder Sommer. Paylakes standen für geklaute Fische und einfaches Angeln, „hunting in the zoo“. Das Bild änderte sichEs waren damalige Pioniere wie Simon Crow, Steve Briggs oder Rob Hughes und viele mehr - und Gewässer wie der Rainbow Lake, die das Bild der Kommerzgewässer in der Wahrnehmung der Szeneangler änderten. Diese Angelpioniere, die es sonst an den Madine, Raduta oder Cassien zog, fuhren nun auch an den Rainbow und andere Bezahlgewässer. Karpfen-Ikone Danny Fairbrass kaufte den Domaine de St’Christophe und verwandelte ihn in eines der berühmtesten und Prestige-trächtigsten Karpfengewässer: den Gigantica. Und plötzlich fuhren Jungs wie Frank Schmidt oder Jan Pirzkall an die Tageskarten-Wurfgewässer in Kroatien – wie den Smartinsko Jezero und andere. Was bedeutet öffentlich?Natürlich gibt es unter den Paylake-Betreibern noch genug schwarze Scharfe, es gibt genug unaufgedeckte Diebstahl-Stories wie die um den Lac de Der-Riesen, es gibt völlig überbesetzte „Runswater“ mit ausgemergelten, verangelten Fischen, Seen, in denen Boilies & Co. die Hauptnahrung darstellen und die Fische nicht unbedingt lange leben… Doch dem gegenüber stehen die vielen Szene-Gewässer mit geklauten Fischen, hochgemästeten Karpfen, elitären Club-Vereinen, die keinen mehr aufnehmen oder zugekackte Plätze an den beliebten „realen“, öffentlichen Gewässern… Naja, öffentlich? In so einige der besonders interessanten Vereine meiner Region, die ja eigentlich öffentlich, gemeinnützig sein sollten, komme ich jedenfalls nicht rein – weil ich Karpfenangler bin. Komisch eigentlich, dass die Vorstände genau dieser Vereine gut mit Karpfenanglern besetzt sind, oder? Kennst du sowas auch?Viel gesehen, viel gelerntPaylakes gehören heute jedenfalls zum Karpfenangeln wie die Karpfen und sie sind längst fester Bestandteil des ganzen „Games“ geworden. Mein Bild dieser Gewässer hat sich letztlich durch eigene Erfahrungen geändert: Beruflich habe ich schon für Rute & Rolle solche Seen befischt, war privat zweimal im Winter am Rainbow Lake und für Korda am Gigantica, Prunet, Road Lake, Iles3, Etang de Gaulois und De ronde Bleek. „Hunting in the zoo?“ Ja, insofern, dass oft viele große Fische auf recht engem Raum dem Angler vor die Flinte geworfen werden. Doch das macht es nicht grundsätzlich einfach. Und genau diese Erfahrung sammelte ich: Gute, sogar irre krasse, Ergebnisse sind an Paylakes möglich. Doch die Fische stehen Tag ein Tag aus unter so hohem Angeldruck, dass sie dir ganz sicher nicht in den Kescher springen! Mir würde es im Grunde leichter fallen, am Cassien oder einem großen Flachlandsee auf Fisch zu kommen, als an einem voll besetzten Paylake. Ich bin Abenteurer„Da musst du taktieren“, schwärmt mein Kumpel Daniel Brünkmans, wenn er von manchem Kommerzsee redet. Und genau so ist es: Das Angeln dort ist eine Challenge für sich, besonders technisch, taktisch strukturiert und vorausschauend geplant – wenn es denn abseits von Glück erfolgreich sein soll. Fakt ist, ich bin bis heute Abenteurer geblieben und erinnere mich intensiver zum Beispiel an den Ausnahme-Schuppi aus der wilden Ardeche in Frankreich als an einen Rainbow-Fünfziger. Doch zu Abenteuern gehört auch Abwechslung, Offenheit, Herausforderung. Ich liebe das Angeln mit all seinen Facetten! Und hin und wieder biete eine Session am Paylake genau die Facette, nach der mir ist. Als Angler haben mich meine Erfahrungen an solchen Gewässern jedenfalls enorm wachsen lassen. Vor allem, wenn es ums Winterangeln geht. Doch von meinen Niederlagen und Erfolgen bei Frost am Rainbow oder Iles3 möchte ich euch beim nächsten Mal berichten. Dann wird es, das steht hier schon fest, ziemlich technisch und äußert taktisch…Tight Lines,Christopher Paschmanns

Maroc Blog #3 - Ankunft in einer anderen Welt
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MAG Blogs 30.07.2017

Ein langer Traum, ein großes Abenteuer, eine ferne Reise über Berg und Tal - durch 5 Länder und über ein Meer - immer der Sonne entgegen in Richtung Afrika. Natürlich auch dieses Mal mit dem VW-Bus - nicht dem Flugzeug… Unser Ziel: der Bin el Ouidane im Atlasgebirge von Marokko. Unsere Mission: ein neuer Kinofilm. Im Maroc Blog erzählen wir in mindestens 10 Episoden von unserem Road-Trip nach Nordafrika und natürlich von unserem Angel-Abenteuer in Marokko.Wasser in der FerneIn der Morgendämmerung erlischt das Tuckern des alten Dieselmotors vor dem Hotel Bin el Ouidane. Wir steigen aus, werden direkt von Hasan, dem Nachtwächter empfangen, der bis gerade eben noch schlafend auf dem Bar-Tresen lag. Er empfängt uns mit einem breiten Grinsen. Wir sind unglaublich erleichtert, endlich angekommen zu sein. Die Müdigkeit steht allen ins Gesicht geschrieben, schließlich liegt zu diesem Zeitpunkt schon eine viertägige Reise hinter uns. Und: wochenlange Vorbereitung.Für die große Euphorie sind wir einfach viel zu erschöpft. Wir befinden uns in einem schlafenden Wachzustand. Ohne uns groß mitteilen zu müssen, bekommen wir ein Apartment zugewiesen. Geil, endlich pennen. Doch bevor es in die Koje geht, muss der See gesichtet werden. Die müden Blicke wandern von der liebevoll hergerichteten Hotelterrasse hinunter zum See.Eine endlos wirkende, Türkis schimmernde Wasserfläche erstreckt sich vor uns: Wir sind geflasht. Welche Geheimnisse wird der riesige Stausee für uns bei dieser Tour bereithalten?37 Grad und es wird noch heißerAm nächsten Morgen ist Felix als erster wach, Volker kann als nächster nicht mehr schlafen und ordert Frühstück und Kaffee - der marokkanische Tee kommt natürlich allem voran.Als Mark zum Frühstück erscheint, beginnen wir den Plan zu machen. Wir wollen auf Hamids Point starten, da der Platz noch von einem anderen Camp beangelt wird, darf das Angeln noch zwei Tage warten. Zum Glück, denn es gibt noch jede Menge zu organisieren und vorzubereiten. Schließlich wollen wir nicht nur Fische fangen, sondern einen richtig geilen Film drehen!Es ist drückend heiß - über 34 Grad, im Schatten wohlgemerkt - neben der Hitze macht Volker besonders eine komische Art Heuschnupfen zu schaffen. Doch die Reiseapotheke ist gut sortiert und Volkano schnell akklimatisiert und wieder voller Tatendrang.Das noch angelnde Team auf Hamids Point, zwei nette Deutsche, erzählen von mageren Fängen. Zwar fangen sie täglich, doch die Fischgröße lässt zu wünschen übrig.Volkers Vorahnung über die derzeitige Situation am See bestätigt sich.Sauregurkenzeit?Dass die Reisezeit, zum marokkanischen Sommerbeginn zwischen Mai und Juni nicht ideal ist, wussten wir vorher. Spätestens nach der ersten Laichperiode beginnt alles was kreucht und fleucht zu fressen. Ein selektives Angeln wird beim unglaublichen Fischreichtum der im Bin el Ouidane nun mal herrscht mit Mais kaum möglich sein. Aber: Darauf sind wir eingestellt und entsprechend vorbereitet.Knietiefer Schlamm und zerschnittene FüßeAm Samstag, den 20.05.2017 starten wir pünktlich mit Sonnenaufgang den vollgeladenen VW Bus in Richtung Seeufer. Unsere Bivvys und ein Großteil unserer selbst mitgebrachten Boilie-Vorräte lassen wir zunächst in einem Lagerraum des Hotels. Wir wollen die ersten Tage den „Luxus“ der marokkanischen Sahara-Zelte genießen. Schließlich wird es nun vorbei sein mit Schatten - es geht in die pralle Hitze.An den Ufern ist gut zu erkennen, dass das Wasser ständig fällt. Anders als man es von europäischen Stauseen gewohnt ist, beginnt in Marokko der Wasserstand nicht erst im Herbst, sondern schon nach der Schneeschmelze konstant zu fallen. Die Ufer sind von knöcheltiefem Lehm bis knietiefem Schlamm gesäumt. Darunter verbergen sich scharfkantige Steine. Mark macht einen auf Surfer und zerschneidet sich direkt die Füße. Barfuß laufen ist Unmöglich!Das Packen der Boote wird zum Kraftakt. Alles ist komplett verdreckt bevor es überhaupt losgeht. Natürlich haben wir auch mit dem Wetter „Glück“, denn wir haben mit über 37 Grad auch noch den heißesten Tag der Woche zum „Auftackeln“ erwischt.In Deckung! Windhose!Als endlich alles provisorisch in den Booten verstaut ist und der Mercury aufbrummt, setzt wie per Knopfdruck der Mittagswind ein. Blitzschnell verwandelt sich der malerisch vor uns liegende See in ein Wellenmeer. Als wir Hamids Point erreichen und beginnen die Boote auszupacken, wechselt das Wetter erneut schlagartig. Wolken ziehen auf, der starke Wind verwandelt sich in einen böigen Sturm. „Achtung Windhose!“, schreit einer. „In Deckung!“Alles was nicht Niet und nagelfest ist fliegt im hohen Bogen davon. Starkregen setzt ein. Nach zehn Minuten ist alles vorbei - als wäre nichts passiert. Doch unsere Ausrüstung - also was von ihr noch übrig ist - ist nun nicht nur dreckig, sondern auch patschnass. Und mittendrin im ganzen Chaos: die ganze Kameraausrüstung. Prost Mahlzeit!Eine Festung muss herDie Priorität an diesem Tag wird schnell klar - wir brauchen nicht nur ein sturmsicheres Camp mit viel Schatten: Wir brauchen eine Festung, wenn wir die nächsten Wochen ohne Zigtausend Euro teure Technikschäden überleben wollen. Mit vereinten Kräften errichten wir die Zelte und das, in der Hitze überlebenswichtige Sonnensegel. Zusätzlich spannen wir alles mit Sturmseilen ab und verankern die ganze Angelegenheit mit halbmeterlangen Stahlheringen und einem Vorschlaghammer im Felsboden.Maiskochen im SchichtbetriebWährend einer nach dem anderen sein Angelgerät montiert und die Ruten zunächst in den verschiedensten Wassertiefen breitgefächert verteilt werden, wird die Maisküche aktiviert. Für den Start haben wir direkt 100 Kilo Mais geordert. Wir glauben der Platz muss vernünftig aktiviert werden: Klotzen statt kleckern heißt die Devise. Unsere Boilies setzen wir zunächst nur spärlich ein.Es beißt!Der erste Abend bringt direkt die ersten Fische für Felix, der im Uferbereich mit der Spomb arbeitet. Die Nacht über sind es wieder Felix aktiv gefischte Ruten die zwei Fische bringen. Mit dem nächsten Morgen kommen dann nach und nach auch die restlichen Ruten zum laufen - vor allem die auf denen Mais hängt. Acht Fische ist das Ergebnis des zweiten Tages - der mit Abstand schwerste wiegt stolze 20 Pfund.Am Morgen des dritten Angeltages fängt Mark den bislang schwersten Fisch. Es ist unser erster Boilie-Afrikaner! Für uns genau das Zeichen auf das wir gewartet haben. Wir sind uns sicher, er wird nicht der einzige Boilie-Karpfen bleiben. Jetzt geht’s los! Wir beginnen unsere Taktik zu forcieren...Doch das ist eine eigene Geschichte. Fortsetzung folgt…Angelurlaub in Marokko?Wer selbst einmal in Marokko am Bin el Ouidane den Karpfen nachstellen will, bekommt alle Infos und Buchungsmodalitäten über den deutsch-österreichischen Morocco-Carp Reiseagenten Chris Jahrbacher unter:Email: Chrisjahrbacher@gmail.comFacebook: Morocco Carp DeutschTelefon: 0043 / 676 672 6737Website: http://morocco-carp.com/de/

Maroc Blog #6 - Sternstunden im Atlas
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MAG Blogs 20.08.2017

Ein langer Traum, ein großes Abenteuer, eine ferne Reise über Berg und Tal - durch 5 Länder und über ein Meer - immer der Sonne entgegen in Richtung Afrika. Natürlich auch dieses Mal mit dem VW-Bus - nicht dem Flugzeug… Unser Ziel: der Bin el Ouidane im Atlasgebirge von Marokko. Unsere Mission: ein neuer Kinofilm. Im Maroc Blog erzählen wir in mindestens 10 Episoden von unserem Road-Trip nach Nordafrika und natürlich von unserem Angel-Abenteuer in Marokko.Der alles entscheidende Tag Es war der 31.05.2017, eigentlich ein ganz normaler Tag auf Hamids Point irgendwo im Atlasgebirge von Marokko. Doch zu Hause in Deutschland herrschte Fußballfieber. Nicht überall in Deutschland aber ganz besonders in Mannheim, Volkers Heimat.Der SV Waldhof Mannheim, Arbeiter- und Traditionsverein seit 1907 sollte an diesem Nachmittag das alles entscheidende Relegationsrückspiel um den Aufstieg in die 3. Liga haben.Männer, heute steigt der Waldhof auf!Nun mögen manche über die Bedeutsamkeit dieses Spiels lachen, doch dieser Schritt zurück in den Profifußball ist für die Stadt, das Umfeld und natürlich für den über die Jahre gebeutelten und von vielen Sponsoren verschmähten Verein ein enorm wichtiger. Überlebenswichtig.Wecker bei SonnenaufgangIn Marokko bekommt man von all natürlich überhautp nichts mit, auch Volker ist mit den Gedanken noch ganz woanders als der NTXr ihn pünktlich zum Sonnenaufgang von der Liege holt.Während Felix und Mark noch schlafen und unterbewusst wahrscheinlich auch ein bisschen Glücklich sind, dass es um kurz nach 5 Uhr morgens nicht sie getroffen hat, hängt Volker den ersten Fisch des Tages ab - kurz aber prall ist er.Die üppigen Futtergaben, die jeden Abend kurz nach Sonnenuntergang großflächig verteilt werden und uns ruhige, erholsame Nächte bescheren, scheinen in den Tiefen des Sees immer besser zu fruchten.Im nächsten Zug fährt er die Rute sofort wieder an die äußerste Ecke des Fußballfeld großen Futterplatzes in rund 200 Metern Entfernung. Nichts ahnend, dass der nächste Biss auf dieselbe Rute das erste Highlight des Tages bringen würde.Volker und Mark sitzen mittlerweile beim Kaffee, Felix schlummert noch, als der nächste Biss kommt. Der Fisch fühlt sich von Anfang an besser an, schwimmt ruhig, setzt sein Gewicht ein, das nervöse Zucken fehlt komplett - gutes Zeichen!Uff de… SPIEGLER!Erst vor dem Kescher kommt er das erste Mal hoch und explodiert gewaltig an der Oberfläche - oh yeahr: Da ist Gewicht dahinter! Mark hält die Endphase des Drills mit der Kamera fest, dann schießt Volkers Faust nach oben:SPIEGLER - GOSSER SPIEGLER!Wie in TranceDie weiteren Stunden erleben wir alle wie in Trance. Wir erleben Momente, die man eigentlich immer nur dann erlebt, wenn man sie nicht herbei sehnt, alles einfach ohne große Erwartungen auf sich zukommen lässt: sein Ding macht.Mark fängt an diesem Vormittag den nächsten prallen Brummer und es geht so weiter. In schöner Regelmäßigkeit fangen wir Fische und an diesem Tag ist das Durchschnittsgewicht deutlich höher als in den Tagen zuvor.Krass, heut beißen nur gute Fische. Klar, die Boilies zeigen langsam Wirkung!Der Traum-Fully Alle Ruten laufen, der Wind ist nicht zu stark, die Sonne nicht zu heiß, die Stimmung ist ausgelassen, es ist einfach alles perfekt an diesem Tag im Atlas. Wir sind super zufrieden, als es erneut bei Volker beißt. Volkano rechnet mit einem kleineren Fisch, Mark steht schon mit dem Kescher im Wasser, doch vorm Ufer dreht der Fisch nochmal auf und schwimmt parallel mit dem Wind zum Ufer.Volker forciert den Drill bis Mark ihn züchtigt:Mach langsam, das ist auch ein Spiegler und der hat riesige Schuppen!Er wird augenblicklich nervös, besonders weil der Fisch das zu spüren scheint und nicht aufgibt. Doch dann ist das Teil im Netz und die Zeit steht still: Im Netz liegt ein riesiger Fully. Wir können unser Glück kaum fassen. Volker ist es fast unangenehm, dass auch dieser große Spiegler wieder bei ihm kam.Felix und Mark räumen weiter abFür Volker ist der Tag gelaufen, siegessicher widmet er sich nun am Handy der Live-Übertagung des Aufstiegsspiels Meppen - Mannheim im SWR, während Felix den nächsten Großen erwischt!Heut kann nichts mehr schief gehen…Doch das Spiel zieht sich in die Länge, zunächst bis in die Verlängerung, wo Volkers Team nicht nur eine hochkarätige Chance vergibt. Mitten in der Verlängerung dann wieder ein Biss an Volkers Rute. Doch Volker übergibt an Mark und sagt:Bitte nimm Du, ich darf jetzt hier nicht weg…Nach langem Drill vom Boot im nur langsam schwächer werdenden Wind, schöpfen Felix und Mark den nächsten Vierziger ab. Unglaublich, was hier abgeht.Es kommt zum Elfmeterschießen und Volker ahnt böses. Können wir heute wirklich so viel Glück haben - nach all den Traumfischen und all den vergebenen Chancen?Elfmeter und rausEs kommt wie es kommen muss, der entscheidende Elfer geht an den Pfosten und Mannheim ist zum zweiten Mal in Folge in der Relegation nicht aufgestiegen.Tja, wer sein Glück nicht selbst in die Hand nimmt, muss sich auf andere Verlassen. Wir haben unermüdlich geackert und wurden heute mit einer Sternstunde belohnt: Glück beim Angeln, Pech im Spiel. Doch es soll uns recht sein, denn diesen Tag im Atlas nimmt uns niemand mehr. Und das Beste ist: Wir haben alles auf Kamera ;-)Angelurlaub in Marokko?Wer selbst einmal in Marokko am Bin el Ouidane den Karpfen nachstellen will, bekommt alle Infos und Buchungsmodalitäten über den deutsch-österreichischen Morocco-Carp Reiseagenten Chris Jahrbacher unter:Email: Chrisjahrbacher@gmail.comFacebook: Morocco Carp DeutschTelefon: 0043 / 676 672 6737Website: http://morocco-carp.com/de/

Ackermanns Weg: Soloköder - das Ass im Ärmel
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MAG Blogs 09.10.2017

Ihm ist bisher noch kein Zielfisch entkommen, sein Fangbuch gleicht immer wieder einer Bestandsaufnahme. Trotzdem ist Chris auf dem Boden geblieben und steht mit beiden Beinen im richtigen Leben: Er ist weder Vollzeit- noch Futter-Angler. Neben seiner Familie und der Arbeit im Drei-Schicht-Betrieb fängt er sie, die besonderen Fische, oft trotzdem innerhalb kürzester Zeit - mit seinem ganz eigenen Stil. Bei Carpzilla blickt Chris zurück: auf seinen Weg - den Weg eines Ausnahmeanglers...In grellem Orange leuchten mir die digitalen Ziffern des Displays meines verbeulten Dacias entgegen. Vor wenigen Minuten war ich noch zusammen mit Marco und Kai füttern gewesen. Vorbereitung für unsere alljährliche Freundessession mit unserem gemeinsamen Freund Rene Küppers. Mit vollen Eimern waren wir gen Wasser gefahren und haben diverse Stellen mit gutem Futter präpariert. Das ganze findet Dienstag nochmal statt. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch diesmal wieder Fische fangen werden, das Futter wird wirken, da bin ich mir sicher…Futter ist Macht?Futter kann manchmal richtig gut wirken. Generell kenne ich viele Angler, sehr erfolgreiche Angler, die ihr Hauptaugenmerk auf Futter legen. Auch ich praktiziere diese durchaus erfolgsversprechende Art und Weise manchmal, bin aber auch davon überzeugt, dass das Ganze oft nach hinten losgeht.Vor allem dann, wenn man nicht der einzige Angler am Wasser ist, der Futter locker flockig über die Bordwand kippt. Man sollte immer alles gut im Überblick haben, auch wenn man den Austausch mit anderen Anglern am betreffenden Gewässer vielleicht gar nicht so gerne mag.AlleinstellungsmerkmalIch erinnere mich da gerne zurück an ein Gewässer, das heute gar nicht mehr mit damals, als ich dort aktiv war, vergleichbar ist.Als ich den größten Spiegler des Gewässers ins Visier genommen hatte, war ich quasi der einzige Angler am See, der Futter einbrachte und fing so binnen kürzester Zeit nahezu den kompletten Bestand, inklusiver meines Zielfisches.Auf die Plätze, fertig, los!In den Folgejahren strömten an die Ufer dieses Gewässers immer mehr Angler - große Fische bleiben selten lange unentdeckt. Der Futtereintrag steigerte sich dementsprechend immens - bis heute.Bereits ein Jahr nachdem ich den Fisch gefangen hatte, änderten die Fische ihr Verhalten, wurden scheuer, nahmen eingebrachtes Futter nicht mehr so schnell an, wie das einige Monate zuvor noch der Fall gewesen war, zumindest kamen auf den Futterplätzen immer weniger Bisse.Spontan abgehängtIch hatte meine Mission ja bereits abgeschlossen, schlenderte dennoch ab und zu an den Ufern vorbei und sah an einem sonnigen Junimorgen einige Fische in einer stark verkrauteten Ecke stehen.Spontan dippelte ich zurück zu meinem Auto, nahm Kescher Bissanzeiger und zwei Ruten in die Hand und schnickte wenige Momente später zwei lose Hakenköder ins Wasser. Es dauerte nicht lange und zwei schöne Fische glitten in die Maschen meines Keschers.Schon crazy wenn man bedenkt, wie schnell Fische einzelne Köder manchmal aufnehmen, wo sie auf dicht gestreuten Futterplätzen sehr argwöhnisches Verhalten an den Tag legen.Wer keine Wahl hat, …Aufgrund des schnellen Erfolgs beschloss ich auch nach der kommenden Nachtschicht zwei Solo-Sinker in diesem Gebiet abzulegen, ganz ohne Vor- geschweige denn Beifutter während dem Angeln. Die Sonne war gerade aufgegangen, als ich meine Sinker auf freien Stellen im dichten Kraut platzierte.Zu meinem Erstaunen waren zu diesem Zeitpunkt keine Fische zu sehen, das Wasser glasklar. Dennoch war ich zuversichtlich und kuschelte mich nach einer Gassirunde mit Bootsmann in meinen Schlafsack. Es vergingen drei Stunden, ehe meine linke Rute voller Karacho abrannte und mir nach heftigem Drill genau den Fisch, den König des Sees, nochmal einbrachte.Wie gesagt waren mittlerweile eine ganze Horde Angler mit reichlich Futter hinter ihm her, trotzdem beißt gerade er höchst selten - maximal einmal im Jahr.Soloköder bringen die RiesenDie Soloköder-Taktik und besonders das Vertrauen in diese minimalistische Angelei haben mir schon so manchen Ausnahmefisch gebracht. Es hat schon was für sich, Fische wie diesen Riesen, der damals immerhin über 58 Pfund auf die Waage brachte, mit einem einzigen Futterbröckchen ins Netz zu zaubern.Auch ich hatte anfangs Bauchweh nur meinen Hakenköder ins Wasser zu werfen ohne auch nur eine Hand voll Baits hinterher zu werfen. Heute betrachte ich diese Vorgehensweise als wahres Ass im Ärmel, besonders dann, wenn die Eimer der Mitangler mal wieder schneller leer sind als erwünscht und die Fische mit zusammen gepressten Lippen durch die Gegend schwimmen…   Alle weiteren Teile der spannenden und lehrreichen Reihe „Ackermanns Weg“ findet ihr auf Carpzilla hier im Überblick:http://www.carpzilla.de/mag/ackermanns-weg

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