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Deine Story / 07.04.2021

David Rosemeier: Lockdown-Blog #2 - Hochrisikogebiet, was nun?

Unser Chefredakteur David Rosemeier ist gemeinsam mit Videographer Kai Thiry trotz verschärften Maßnahmen nach Frankreich aufgebrochen, um das Frühjahr im Süden einzuleiten. Doch wie sind die Regelungen vor Ort? Wie reagieren die Menschen auf ausländische Angler? Und wie schaffen die Zwei es, sich trotzdem an die Regeln zu halten? David berichtet in seinem Lockdown-Blog:

Erst Motiviation, dann Herausforderung

Die Entscheidung, zum Beginn unseres Tripps ein „Motivationsgewässer“ aufzusuchen, welches ich schon einmal beangelt habe und wo sich der Erfolg mit etwas Glück schnell einstellen kann, erweist sich auch am kommenden Tag als goldrichtig. Ich könnte an dieser Stelle eine Lobeshymne auf unser ach so tolles Angeln anstimmen, doch ganz ehrlich, die Angelei an solchen Flachlandseen ist kinderleicht. Hat man die Fische erst mal gefunden – und das haben wir nach kurzer Zeit - kann man eigentlich nichts mehr falsch machen.

Rute rausfahren, kurz den Boden abklopfen, ein paar Boilies drumherum füttern, zurückfahren, warten – wahrlich kein Hexenwerk. Doch wir freuen uns tierisch über unseren Einstand im Nachbarland. Besonders, wenn man sich die besonderen Corona-Bedingungen vor Augen führt. Karpfenangeln im Lockdown, wann wird sich ein solches Spektakel wohl nochmal wiederholen? Hoffentlich nie!

Im Frühjahr stehen sie flach

Wir sind in einem flachen Areal des Sees hart am Fisch. Die Sonne geht gerade auf, da gelingt es Kai einen runden Spiegler zu fangen. Sein erster Fisch im neuen Jahr und sein erster Fisch unserer gemeinsamen Tour. Überglücklich! Wie im Rausch geht das Fangspektakel weiter und ich drille kurze Zeit später den nächsten „Karpfensack“, der bei 9 Grad Wassertemperatur scheinbar gar nicht daran denkt, mal die Spule meiner Rolle zu bewegen. Sei es drum, dann kann der Fisch zumindest nicht in eine der Steine oder Baumstümpfe unter Wasser schwimmen…

Perle am Mittag

Kai schlägt in den Mittagsstunden mit einem kuriosen Zufall dem Fass den Boden aus. Wild gestikulierend sehe ich ihn auf der Kopfseite des Sees stehen, mit irgendetwas im Drill, dass das Wasser vor ihm immer wieder durchbricht. Es ist die Rute, die den ganzen Tag keinen Mucks von sich gegeben hat und wirklich extrem flach lag. Der Fisch muss nach dem Einsaugen von Kai’s Snowman wohl im Kreis um sein Inlineblei geschwommen sein, jedenfalls ist seine Schlagschnur zu einem riesigen Knäuel geworden, an dessen Ende der Fisch kämpft. Die Rolle kann diesen Wirrwarr zumindest nicht mehr aufnehmen und so bleibt Kai nichts anderes übrig, als den Karpfen von Hand zu drillen. Und was er da drillt! Im trüben Wasser kommt immer wieder eine prächtige Halbzeile zum Vorschein, ein wunderschöner Fisch und ein mega Auftakt unserer Lockdown-Tour.

Hochrisikogebiet

Wie beflügelt lassen wir den Tag an den Autos ausklingen und schmieden Pläne für die nächsten Tage. Wie der Zufall es will, wird das angrenzende Department, welches wir in Richtung Süden durchqueren müssen, in zwei Tagen zum Risikogebiet mit strikten Ausgangsbeschränkungen erklärt. Für uns ist diese Hiobsbotschaft ein klares Zeichen weiterzuziehen und uns – motiviert durch den tollen Start am ersten Gewässer – größeren Herausforderungen zu widmen. Mir sticht auf Google Maps ein riesiger Stausee ins Auge. Hunderte Hektar Wasserfläche, tiefe Arme und steil abfallende Ufer sind auf den Bildern zu erkennen, auf die wir im Internet stoßen. Ob es dort Karpfen gibt, steht außer Frage, doch Fangbilder oder Informationen auf einschlägigen Seiten finden wir nicht.

Aufbruch ins Ungewisse

Pionierarbeit leisten, Karpfen fangen, die vielleicht noch nie einen Haken gesehen haben – ein Gefühl von Freiheit macht sich in uns breit. Ein Gefühl, das unter diesen Bedingungen wahrlich nicht alltäglich ist. Ich glaube, ich muss euch an dieser Stelle nicht sagen, wohin uns unsere Reise am nächsten Tag führt! Abenteuer, wir kommen!

Weiter geht’s im dritten Part! Achja, Spoiler: Auch fotografisch sind die kommenden Gewässer deutlich interessanter, freut euch also auf coole Impressionen direkt vom Wasser!

David

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Partner
Florian Woldt fängt den Fisch seines Lebens.