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Nachgehakt / 12.05.2026

Dieses Gewässer hat ihn gebrochen: Pierre-Michel Lehe im Interview über das Karpfenangeln an großen deutschen Stauseen

Das Anfang Februar auf dem Korda Germany YouTube-Kanal erschienene Video über Pierre-Michel Lehes Angelei an einem großen deutschen Stausee, hat in der Szene für mächtig Gesprächsstoff gesorgt. Viele Angler feiern die ruhige, authentische Art von Pierre, den dokumentarischen Aufbau des Videos und vor allem die ehrlichen Gedanken über Karpfenangeln, Freundschaft und das Leben am Wasser. Unser Redaktionschef Max Wiegmann hat Pierre zum Interview gebeten und mit ihm tiefer über das Projekt, schwierige Phasen, große Fische und seine Sicht auf modernes Karpfenangeln gesprochen.

CARPZILLA: Hi Pierre! Das Feedback auf das kürzlich erschienene Video zu deiner deutschen Stausee Angelei auf dem Korda YouTube Kanal ist grandios. Was macht dieser Zuspruch mit dir und was wolltest du in diesem Video zum Ausdruck bringen?

Pierre: Hi Max, zunächst einmal ein herzliches Dankeschön für dein Interesse an diesem Interview. Das ist alles andere als selbstverständlich. Um ehrlich zu sein, waren Chris (Christian Keßler - einer der kreativen Köpfe hinter der Korda-Kamera, der dieses Video gemeinsam mit Pierre produziert hat) und ich selbst ein bisschen überrascht darüber. Schon vorher war uns klar, dass wir einen anderen Weg gehen wollten und etwas Echtes, Unverfälschtes zeigen. Als ich Chris das Gewässer und die Location vorgeschlagen habe, war sofort klar, dass wir das machen. Heutzutage scheint alles schneller, größer, weiter sein zu müssen. Doch sind wir mal ehrlich. Wirklich zufrieden macht uns das selten. Alles, was zu leicht zu haben ist, verliert schnell seinen wahren Wert und seine Einzigartigkeit. Nicht ohne Grund wirken Menschen mit Hunderttausenden auf dem Konto oft trotzdem unglücklich. Meine Zeit am Gewässer hat mir das eindrücklich gezeigt. Glück entsteht nicht daraus, alles zu bekommen, was man will. Es liegt in den Momenten, die man bewusst erlebt, in den kleinen Herausforderungen, die einen fordern und in dem echten, ungeschönten Gefühl, wenn man am Ende einfach zufrieden ist.

CARPZILLA: Wonach suchst du in deiner Angelei, was inspiriert dich? Sind es große Fische, unbekannte Fische, Gewässer mit besonderer Geschichte, oder das große Abenteuer?

Pierre: Die Geschichte und die Optik der Fische faszinieren mich immer wieder. Aber damit ich mich richtig ins Zeug lege, muss mich etwas wirklich packen. Einfach angeln gehen funktioniert nicht, wenn das Feeling am Gewässer nicht stimmt. Manchmal denke ich mir: „Heute teste ich dieses Gewässer an“ und nach kurzer Zeit merke ich, dass ich mich hier gar nicht wohl fühle oder die Stimmung unter den Leuten nicht passt. Gerade da, wo große Fische unterwegs sind, kann die Stimmung ziemlich schnell kippen. In Holland habe ich das ehrlich gesagt kaum erlebt. Die Leute dort wirken viel entspannter. Außerdem fische ich unglaublich gerne mit Freunden. Das Miteinander steht für mich immer mehr im Vordergrund. Gemeinsame Erlebnisse am Wasser schaffen einfach so viel Mehrwert für alle. Aber klar, wenn man nur auf sich selbst schaut, wird das schwierig. Deswegen lautet die einfache Formel für eine richtig gute Zeit am Wasser: von Herzen gönnen und die Zeit zusammen genießen.
Pierre-Michel Lehe legt seine Rute am großen deutschen Stausee.
Pierre-Michel Lehes Rig für große Stauseen.
Korda Videokamera beim Stauseevideo mit Pierre-Michel Lehe.
Fotograf der Bilderserie: Christian Keßler. Er hat uns die Bilder freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
CARPZILLA: Was hat dich besonders an diesem großen deutschen Stausee gereizt?

Pierre: Niemand kann zu 100% sagen, welche Fische in diesem Gewässer schwimmen. Im Nachhinein kamen sogar ein paar Leute auf mich zu und meinten: „Die 100 Fische über 10 kg – das kann doch nicht sein, oder?“ Wer das Gewässer in den letzten Jahren selbst befischt und kennengelernt hat, wird das aber sofort bestätigen. Teilweise hatte ich so viele Doppelfänge, dass ich fast jeden Fisch, den ich auf Bildern gesehen oder selbst gefangen habe, schon kannte – wie alte Bekannte, die man wieder trifft. Neu ist, dass es einen Besatz kleinerer Fische gibt. Ich hoffe, dass sich diese in den kommenden Jahren gut entwickeln. Dann könnte das Gewässer noch attraktiver werden und man darf gespannt sein, welche Überraschungen es noch bereithält.

CARPZILLA: Seit wann angelst du an dem Gewässer und wie oft im Jahr?

Pierre: Ich angle jetzt seit knapp zehn Jahren an diesem Gewässer. Meine ersten Versuche waren tatsächlich schon Anfang 20, aber die zähle ich nicht wirklich dazu. Mir fehlte damals einfach der nötige Horizont. Mein erstes richtiges Angelerlebnis mit Boot und der ganzen Location liegt also ungefähr zehn Jahre zurück. Die Angelsaison dort geht normalerweise von Juni bis Anfang Oktober. Im Frühjahr braucht das Wasser sehr lange, um warm zu werden, dazu gibt es ein Nachtangelverbot. Viele der größten und spannendsten Flachwasserzonen liegen zudem im Naturschutzgebiet des Sees. Gegen Ende des Jahres sieht es ähnlich aus. Das Wasser kühlt durch den Zufluss aus den Bergen relativ schnell ab und bei der geringen Anzahl an Karpfen sind die meisten erst einmal inaktiv. Dann steht die Chance, einen Fisch zu fangen, quasi bei null.
Pierre-Michel Lehe feiert urigen Spiegelkarpfen an großem deutschen Stausee.
Stadtromantik am Abend an den Ufern eines großen deutschen Stausees.
CARPZILLA: Du erzählst im Video, dass dich die riesige Wasserfläche förmlich erschlagen hat und du komplett „lost“ warst. Nach welchen Merkmalen hast du deine Spots ausgesucht?

Pierre: Irgendwann kommt der Punkt, an dem man, vor allem im Ausland, an ähnlich großen Gewässern genug Erfahrung gesammelt hat, um zu wissen, wie sich Karpfen in solchen Gewässern verhalten. Wenn ich es herunterbrechen müsste, würde ich sagen, dass der Wind früher einer der ausschlaggebendsten Faktoren war. Heute kommt es noch stärker auf die genauen Phasen an, wann man angelt oder wo die Fische stehen. Und das bedeutet für jemanden, der beruflich eingespannt ist oder von extern kommt, eine riesige Herausforderung. So viel Flexibilität zu haben, ist fast unmöglich, denn man kann sich kaum erlauben, seine Zeit komplett nach den Launen der Natur auszurichten.

CARPZILLA: Stichwort Naturschutzgebiet - ist das die erste Anlaufstelle? Oder aber die Staumauer?

Pierre: Weder noch – auch hier kann ich es nur herunterbrechen. Die Fische machen, was sie wollen. Einfach in Richtung Naturschutzgebiet zu gehen, funktioniert leider nicht so einfach, zumal die Fische davon wahrscheinlich eh nichts spüren. Seitdem es an diesem See einen enormen Krautbewuchs gibt, bleiben die Fische viel häufiger an bestimmten Plätzen stehen und ziehen nicht mehr wie früher quer durch den ganzen See auf der Suche nach Nahrung. Dadurch sind sie leider deutlich schwerer zu fangen.

CARPZILLA: Schaffst du es die Fische zu finden oder agierst du dort rein aus Intuition und mit Futter als Mittel?

Pierre: Vorab ist zu sagen, dass Futter als Mittel an diesem Gewässer noch nie wirklich funktioniert hat. Das können, glaube ich, auch mehrere andere Angler bestätigen. Ich unterhalte mich gerne am Wasser mit anderen Anglern über deren Erfahrungen und gebe meine auch gerne weiter. Ganz nach dem Motto: Eine Hand wäscht die andere.
Meine besten Sessions habe ich dort mit nur einer Handvoll Boilies erlebt. Einfach deshalb, weil die Fische gerade in dem Areal standen. So schnell, wie sie auftauchen, sind sie leider meistens auch wieder verschwunden.
Karpfenangeln großen deutschen Stauseen.
Pierre-Michel Lehe angelt an großem deutschen Stausee.
Pierre-Michel Lehe legt seine Rute am großen deutschen Stausee.
Fotograf der Bilderserie: Christian Keßler. Er hat uns die Bilder freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
CARPZILLA: Kennst Du weitere Karpfenangler an dem See? Macht sich Angeldruck dort bemerkbar?

Pierre: Angeldruck gibt es an diesem See so gut wie keinen. In den ersten Jahren, in denen ich dort geangelt habe, kamen zwar immer mal wieder Leute für eine Woche an den See, aber wirklich regelmäßig angeln, ging fast niemand. Auch ich habe mir immer wieder bewusst Pausen eingelegt, um den Spaß am Angeln nicht zu verlieren, was leider irgendwann doch kurzfristig nötig war.

CARPZILLA: Du kennst den Aufwand und die vielen Lehrstunden an diesem See. Wie gehst du mit deinen gewonnenen Erfahrungswerten um? Teilst du sie mit anderen Anglern dort oder bleibt alles Top Secret?

Pierre: Wie oben schon erwähnt, macht der Ton die Musik. Wer mir offen und korrekt gegenübertritt, dem teile ich auch gerne meine Erfahrungen und Infos. Was ich persönlich nicht mag, sind Leute, die nur „geiern“. Das merkt man heutzutage ziemlich schnell. Menschen, die sich nichts selbst erarbeiten wollen, selbst nichts preisgeben, aber von anderen alles aufsaugen möchten. Mit echtem Karpfenangeln und Abenteuer hat diese Herangehensweise natürlich nichts zu tun.

CARPZILLA: Der krasse Aufwand, die vielen Nächte, die wenigen Fische - lohnt sich das für dich überhaupt? Gibt dir das so viel zurück?

Pierre: An sich muss man sagen, dass ich jemand bin, der wirklich gerne an Gewässern angelt, die einen guten Fischbestand haben – einfach, weil es Spaß macht, ein schnelles Feedback am Wasser zu bekommen. Gleichzeitig hat es natürlich auch seinen Reiz, an sehr dünn besetzten Gewässern erfolgreich zu sein. Hier sind das eigene Wissen und die eigenen Fähigkeiten umso mehr gefragt. Je schwerer das Ziel ist, desto wertvoller wird der Erfolg für einen selbst. Aber um ehrlich zu sein: Ich bin ein verdammt schlechter Aussitzangler. Dafür habe ich einfach zu viele Hummeln im Hintern. (Pierre lacht)
Pierre-Michel Lehe in jungen Jahren
Pierre-Michel Lehe
CARPZILLA: Du erzählst im Video von deinem anglerischen Tiefpunkt - keine Lust mehr auf Karpfenangeln, für fast ein ganzes Jahr. Was meinst du, wie kam es dazu und wie bist du aus dem Loch wieder herausgekommen?

Pierre: Am Ende ist alles eine Frage der eigenen Perspektive. Irgendwann bin ich an den Punkt gekommen, an dem ich mich nur noch gezwungen habe, an den See zu gehen – getrieben von meinem Ego. Ich wollte unbedingt erfolgreich sein, mehr Fische fangen als alle anderen, alles richtig machen. Und das hat mir am Ende den Spaß am Angeln genommen. Es fühlt sich ein bisschen so an, als würdest du etwas tun, nur weil du denkst, du musst - und nicht, weil du es wirklich willst. Und das ist einfach ungesund. Man kann das fast eins zu eins auf andere Bereiche im Leben übertragen. Familie, Partner, Freunde – all das funktioniert nur, wenn du ein gesundes Gleichgewicht hältst. Klar, du kannst der erfolgreichste Angler sein, die größten Fische fangen, mehr Erfolge vorweisen als jeder andere. Aber wenn du dabei alles andere vernachlässigst, darfst du dich nicht wundern, wenn zu Hause irgendwann die Türen verschlossen sind, der Hausschlüssel nicht mehr passt und deine Familie nicht mehr da ist. Erfolg am Wasser ist toll, aber er ersetzt nicht die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

Deshalb habe ich irgendwann gelernt, dass es nicht darum geht immer nur der Beste zu sein. Es geht darum, den Moment zu genießen, die Zeit am Wasser bewusst zu erleben, die Natur zu spüren und das Angeln als Abenteuer zu sehen – nicht als Pflicht. Die Fische sind am Ende einfach Fische. Sie werden kommen, wenn sie wollen und manchmal eben auch nicht. Das ist völlig okay. Ein gesundes Mittelmaß ist meiner Meinung nach der richtige Weg: Genieße den Erfolg, die Fänge, die kleinen Triumphe am Wasser, aber vergiss nicht, was wirklich zählt. Familie, Freunde, Lebensfreude – das sind die Dinge, die bleiben, wenn der Tag am Wasser vorbei ist. Wer das versteht, kann das Angeln wirklich genießen, ohne dass es zur Belastung wird und das macht die ganzen Erlebnisse am Wasser umso wertvoller.

CARPZILLA: Was macht ein solcher Tiefpunkt mit dir als Angler? Wie beeinflusst er dich und deine Zukunft? Welche Schlüsse ziehst du daraus?

Pierre: Freundschaften sind mir heute viel wichtiger als früher. Damals dachte ich noch oft, es ginge nur ums Angeln, um den Fang, um den Erfolg. Aber irgendwann merkt man, dass du ohne Freunde eigentlich nichts bist. Kein Fisch der Welt wird noch richtig wertvoll für dich sein, wenn du dich nur alleine darüber freuen kannst. Es sind die Menschen um dich herum, die den Moment erst richtig lebendig machen. Pflege deine Freundschaften und Beziehungen. Lerne, dich nicht immer selbst an erste Stelle zu setzen. Es klingt einfach, ist es aber gar nicht. Manchmal will man einfach nur seinem Ego folgen, den Erfolg allein genießen oder der Beste sein. Aber wer das zu sehr tut, verpasst oft die schönsten Momente – die kleinen Geschichten, die Gespräche, die gemeinsame Zeit am Wasser. Je mehr du verstehst, dass es nicht nur um dich selbst geht, desto mehr wirst du die Zeit, die für dich am Wasser gedacht ist, wirklich genießen können. Die Fische sind ein Teil davon, klar, aber sie sind nicht alles.
Großer See von der Seite
Zelt am Ufer bei Regen
CARPZILLA: Tiefschwarze Augen, verkümmerte Flossen, wunderschön, zweigeteilte Barteln - die Karpfen in dem See sind so verschieden und einzigartig, du sprichst von Kreaturen. Ist das ein Punkt, der dich antreibt, sie zu fangen?

Pierre: Grundsätzlich fange ich überall gerne Karpfen, aber alte Fische haben natürlich etwas ganz Besonderes an sich. Sie tragen ihre eigenen Merkmale, ihre Geschichten. Besonders Fische, die in so einem riesigen Gewässerkomplex leben, haben über viele Jahre schon so einiges erlebt. Das hinterlässt Spuren, sichtbar und unsichtbar und genau das macht sie so einzigartig. Solche Fänge bleiben deshalb immer etwas Außergewöhnliches. Es ist nicht nur der Fisch selbst, sondern die ganze Geschichte, die er erzählt – die Jahre, die Herausforderungen, die Orte, die er durchlebt hat. Und gerade diese Erfahrung macht jeden Fang zu etwas Besonderem, das man nicht einfach nur abhaken kann, sondern das man respektiert und feiert.

CARPZILLA: Du erzählst im Video vom großen Spiegler - einem Fisch, auf den du die ganze Zeit hingearbeitet hast und letztendlich auch belohnt wurdest. Wie hat sich der Fang für dich angefühlt? Versuch uns mit in den Moment zu nehmen! Treibt dich das erst richtig an oder denkst du dir „hier hab ich alles erreicht“?

Pierre: An so einem Gewässer können dich nur deine eigenen Träume wirklich motivieren. Für mich war von Anfang an klar, dass die Chance bestehen muss, dass es dort solche großen, alten Fische gibt. Aber diesen Fisch schließlich selbst in den Händen zu halten, nach all den Bemühungen und den vielen Jahren, die ich an diesem Gewässer verbracht habe, war einfach etwas ganz Besonderes. Tatsächlich habe ich genau diesen alten, langen, großen Spiegler sogar dreimal gefangen. Bei einem so geringen Bestand und einem dominanten Fisch, der schnell abwächst, ist das gar nicht so ungewöhnlich. Trotzdem bleibt jedes Zusammentreffen mit einem solchen Fisch ein unvergesslicher Moment.
Pierre-Michel Lehe auf dem Boot
Pierre-Michel Lehe fängt großen Spiegelkarpfen an deutschem Stausee.
CARPZILLA: Was unterscheidet deutsche Stauseen zu Französischen - aus anglerischer Sicht? In Frankreich scheint das Angeln an großen Stauseen oftmals ja längst nicht so anspruchsvoll zu sein, oder?

Pierre: Eigentlich ist es vor allem der viel geringere Fischbestand, der diesen See von den großen französischen Seen unterscheidet. Genau das ist auch der Grund, warum viele Angler an solchen Gewässern schnell wieder aufgeben. Es gibt nur wenige Fische, die dazu noch nicht einmal auf dein Angelfutter angewiesen sind, weil sie Tausende von Muschelfeldern zur Verfügung haben. Da wird man sehr schnell mit der knallharten Realität konfrontiert und das kann durchaus frustrierend sein.

CARPZILLA: Von wie vielen Jahren angeln erzählt dieses Videoprojekt? Wie viele Nächte hast du an dem See ca. gedrückt?

Pierre: Ich denke, wir sprechen hier von etwa 30 Nächten im Jahr. Allein letzten Oktober habe ich wegen des Videodrehs zwölf Nächte am Gewässer verbracht, ohne einen einzigen Karpfen zu fangen. Das Gewässer hat sich in den letzten Jahren stark verändert, vor allem durch den enormen Krautbewuchs und das vermehrte Auftreten von Muscheln. Das macht das Angeln deutlich anspruchsvoller und stellt jeden Angler vor neue Herausforderungen.
Pierre-Michel Lehe am Ufer eines großen deutschen Stausees.
Muschelfelder beim Karpfenangeln.
Abendstimmung beim Karpfenangeln am großen deutschen Stausee.
Fotograf der Bilderserie: Christian Keßler. Er hat uns die Bilder freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
CARPZILLA: Wie sieht der Dreh einer solchen Dokumentar-Produktion aus? Wie oft wart ihr Filmen? Was lief dabei vielleicht nicht nach Plan?

Pierre: Chris ist ein unglaublich guter Motivator, mit dem es einfach Spaß macht, gemeinsam Zeit am Wasser zu verbringen. Egal wie aussichtslos eine Situation scheint, er zieht einen immer wieder hoch und genau das habe ich manchmal auch gebraucht. Natürlich kann man solche Drehs nie wirklich spontan planen, aber mit ihm macht selbst das Unvorhersehbare Spaß und bleibt positiv in Erinnerung.

CARPZILLA: Du bist in den letzten zwei Jahren immer häufiger vor der Kamera. Mit starken, authentischen und inspirierenden Inhalten. Was treibt dich dazu an?

Pierre: Mein Ziel ist es einfach, Leute zum Angeln zu motivieren. Wir leben heutzutage in sehr schnellen Zeiten, in denen viele Menschen ständig an ihre Grenzen geraten oder immer nur funktionieren müssen. Angeln ist für mich ein wunderschönes Hobby, das dabei hilft, ausgeglichen zu bleiben und sich auch mal mit sich selbst auseinanderzusetzen, fernab von der ganzen Reizüberflutung. Die Firma Korda hat dabei einen unglaublich motivierenden Einfluss auf die gesamte Karpfenszene. Es ist eine schöne Aufgabe, dort mit gutem Beispiel voranzugehen. Zum Beispiel zu zeigen, dass Karpfenangeln mehr als ein Einzelsport ist. Es geht nicht nur darum, den eigenen Jagdinstinkt zu befriedigen, sondern auch um Gemeinschaft, Erfahrungsaustausch und gemeinsame Erlebnisse am Wasser.
Zelt am großen See
Boot im Nebel auf dem Wasser
CARPZILLA: Du sprichst am Ende des Videos etwas ziemlich Interessantes zum Thema Mindset an: von Erwartungen frei machen und dem Universum die Möglichkeit geben den Ablaufplan zu entscheiden. Schon andere Angler haben diese Denke vor längerer Zeit als einen Erfolgsfaktor deklariert. Ist das nicht nur Hokuspokus?

Pierre: Definitiv nicht. Je mehr du dich frei von Erwartungen machst, desto dankbarer wirst du für die Dinge sein, wie sie geschehen. Und das ist einfach viel gesünder, als immer nur das Glück in einzelnen Ereignissen zu suchen. Eine sehr interessante Geschichte aus dem Daoismus illustriert das perfekt: einem Dorfbewohner rennt eines Tages sein einziges Pferd weg. Die Nachbarn bemitleiden ihn und fragen, wie er nur sein einziges Pferd verlieren konnte. Doch er bleibt gelassen und sagt: „Wenn es so passiert, passiert es. Ich kann es sowieso nicht ändern.“ Zwei Tage später kehrt sein Pferd zurück – zusammen mit zwei weiteren Wildpferden. Von diesem Tag an besitzt er drei Pferde. Die Geschichte zeigt: nicht alles, was auf den ersten Blick negativ erscheint, bleibt so. Geduld, Gelassenheit und eine offene Perspektive können dir oft viel mehr bringen, als du im Moment vermutest.

CARPZILLA: Abschließend – welchen Tipp gibst du Anglern, die in einer ähnlich anspruchsvollen und nervenaufreibenden Angelsituation stecken, ihr Ding durchzuziehen?

Pierre: Verbeißt euch nicht zu sehr auf ein einziges Gewässer. Klar, man kann sich darauf fokussieren, aber achtet darauf, auch einen gewissen Ausgleich zu schaffen. Geht auch mal mit Freunden woanders angeln. So fällt es am Ende des Tages viel leichter, mit Niederlagen umzugehen und man kann die Erfolge noch mehr genießen.

CARPZILLA: Vielen Dank für deine Zeit und den tieferen Einblick in deine Angelei rund um dieses Videoprojekt, Pierre!

Pierre: Ich habe zu danken!

Mehr über Pierre-Michel Lehe erfährst du auf seinem:
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Kanalangeln kann rau und anstrengend sein, lässt einen aber nicht mehr los, sobald es dich einmal gepackt hat. Sven Ihne und Andreas Hetzmannseder nennen die Rinne schon lange ihr zweites Zuhause. Im neusten „The Journey“ Part begleitet ihr die beiden eine komplette Saison lang an einem großen deutschen Schifffahrtskanal, der sie vor einige Herausforderungen stellt. Wir haben die Infos zum Streifen in Kinofilm-Qualität.Eine Saison am KanalFrühling, Sommer, Herbst – drei Jahreszeiten, die zum einen verschiedene Gegebenheiten mit sich bringen, zum anderen verschiedene Vorgehensweisen verlangen. Andi, Sven und Kameramann Chris nehmen die Challenge an und setzen sich zum Ziel das ganze Jahr über Karpfen an einem Ruhrgebietskanal zu fangen. Als Grundlage dafür muss allerdings erst eine elementare Aufgabe erledigt werden: Fische suchen und Fische finden – und zwar immer wieder aufs Neue. Gar nicht mal so leicht an einer kilometerlangen Wasserstraße. Hinzu kommen für die Kanalangelei typische Beigeschmäcker: Strömung, Schiffsverkehr, ein überschaubarer Fischbestand und sogar starker Krautbewuchs. Doch Sven und Andreas zeigen vollen Einsatz, nehmen einige Kilometer auf sich, schaffen es die Fische kontinuierlich ausfindig zu machen und fangen durch gut geplante Kurzsessions. Darunter fallen sogar einige der Topfische aus dem Gewässer.Realness statt WellnessDer neuste „The Journey“ Part ist tiefgründig, authentisch und vor allem real! Erfolgreiches Kanalangeln benötigt viel Hingabe und Disziplin. Bringt man die dafür notwendige Mühe auf, wird man aber auch belohnt. Genau diese Werte soll der Film zum Ausdruck bringen. Umhüllt von einer aufwendigen und hochqualitativen Produktion – der Handschrift von Kordas Filmemacher Christian Keßler. Wir wünschen beste Unterhaltung, Film ab:

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