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Event-News / 17.09.2024

Catch and Clean Day 2024: Von Anglern für die Natur

Das Thema Umweltschutz ist nicht nur in der Angelbranche ein heiß diskutiertes Thema, sondern spielt auch in der Politik eine sehr zentrale Rolle. Die Natur bietet die Grundlage für unser geliebtes Hobby und ist für viele von uns der entscheidende Faktor, der uns immer wieder nach draußen zieht. Daher ist es umso wichtiger, dass wir unsere Gewässer und deren Umgebung schützen. Aus diesem Grund hat Catch & Clean, eine Bewegung von zwei Anglern aus dem Raum Niedersachsen, in Kooperation mit dem Deutschen Angelfischerverband den sogenannten Catch & Clean Day ins Leben gerufen, der ganz im Zeichen dieses Anliegens steht: Angeln und aufräumen - Müll sammeln, die Natur sauber halten. Der diesjährige Catch & Clean Day findet am 28.09.2024 statt. Mehr über die Idee dieses Tages, die handelnden Personen dahinter und die Entwicklung dieser Bewegung, erfährst du in den folgenden Abschnitten.
Am Wasser mit einem Müllsack
Müllhaufen nach dem Catch & Clean Day

Catch and Clean Day – Was ist das überhaupt?

An diesem Tag sollen die Vereine und ihre Mitglieder im Hinblick auf den Naturschutz voll und ganz im Fokus stehen. Dabei stehen nicht die Fänge, sondern vielmehr der gesammelte Müll und das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder im Vordergrund. Das angestrebte Ziel ist es, diesen Menschen eine mediale Präsenz und Aufmerksamkeit zu geben, die das ganze Jahr über viel zu kurz kommen und definitiv honoriert werden sollten. 
Ein voller Müllcontainer
Ein sauberer Angelplatz
Mit vollem Müllsack am Wasser

Niclas und Kai – die Jungs hinter Catch & Clean

Niclas und Kai, zwei leidenschaftliche Angler aus Niedersachsen, haben im November 2019 die Instagram Seite „Catch & Clean“ ins Leben gerufen. Anlass für dieses Vorgehen war das häufige Auffinden von Müll am Wasser, der leider auch auf Angler zurückzuführen ist. Auf ihrem Instagram Profil werden viele Bilder von tollen Fängen und dem dabei gesammelten Müll veröffentlicht, was das Herz dieser Bewegung bildet. Um dieses Profil noch populärer zu machen, rufen die beiden Jungs immer wieder dazu auf, die Seite auf deinen Bildern zu verlinken und mit dem Hashtag „catchandclean“ zu versehen. Das große Ziel ist es, das Image der Angler als Naturschützer zu wahren und die Gewässer dementsprechend sauber zu halten. Eine mehr als lobenswerte Denkweise, wie wir finden! 
Nico mit Müll in der Hand
Nico und Kai mit Müllsack und Rute
Kai mit einem gefüllten Müllsack

Die Entwicklung von Catch & Clean Day – mittlerweile über die Landesgrenze hinweg

Der für den ein oder anderen Angler noch nicht bekannte Catch & Clean Day hat sich seit seiner Premiere im Jahr 2021 zu einem festen Bestandteil der deutschen Angelszene gemausert und findet mittlerweile sogar über die Landesgrenze hinaus seinen Zuspruch. Bereits im zweiten Jahr haben sich mehr als 80 Vereine beteiligt. Im letzten Jahr waren es gar 225 beteiligte Vereine und Gruppen, was die Entwicklung und den Zuspruch dieses Events unterstreicht. Die 2023 entstandene Zusammenarbeit mit dem Deutschen Angelfischerverband hat zudem für die Ausbreitung dieser Bewegung gesorgt, weshalb der Catch & Clean Day mittlerweile auch in Österreich und der Schweiz stattfindet.

Du hast Interesse mit deinem Verein teilzunehmen? Dann registriere dich und erhalte kostenlose Müllsäcke und Zangen sowie einen DAFV/Catch & Clean Day-Sticker.

Hier geht’s zur Registrierung: CATCH & CLEAN DAY 2024 - jetzt anmelden! (dafv.de)

Mehr zu den Jungs und der Catch & Clean Bewegung findest du: 
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Christian Steinbuch: Vom Wutausbruch zur Verzweiflung
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Szene-News 18.11.2016

Es sind Bilder die selbst den härtesten Kerl nicht unberührt lassen: Beauty Carp Betreiber Christian Steinbuch hat durch Kormoran und Co. einen Schaden von 20.000 Euro erlitten. Seine Emotionen kann er im Video nur schwer unterdrücken...Bereits Ende Oktober meldete sich Christian Steinbuch mit einem Video bei YouTube. Er redete sich dabei regelrecht in Rage, allerdings mit Argumenten die auf Fachwissen berufen!Willkür von NABU und Co.?Allen Argumenten voran ließ Steinbuch erstmal Wut über den Naturschutzbund Deutschland ab. Sie würden demnach, genau wie schon in einer 3Sat Dokumentation aus dem Frühjahr, sagen, dass Karpfen keine heimischen Fische sind. Christian widerspricht da ganz klar. Karpfen würde es bereits seit dem Jahr 1300 in Deutschland geben - Kormoran, Reiher und Co. allerdings nicht.Dabei kann man sich sicher sein, dass Christian weiß wovon er da spricht, denn er hat sich fünf Jahre ausbilden lassen, um den Titel des Fischwirtmeisters zu erlangen.Fischwirtschaft ist NaturschutzDarüber hinaus stellt der Beauty Carp Betreiber klar, dass Fischzucht direkter Naturschutz ist: „Wer war denn zuerst da? Der Frosch oder der Teich?“ Fragt er dabei in seinem Video vom 20. Oktober. Denn Fakt ist: Es handelt sich um künstlich angelegte Teiche, die vielen Amphibien und Tierarten ein Zuhause geben.Auch Vögel finden in der Teichlandschaft ein zu Hause: Enten, Gänse und sogar verschiedene Taucherarten leben schon lange dort im Einklang mit Wasserlebewesen wie Fischen, Amphibien und Kleinstlebewesen. Sie Fressen z.B. Grundeln und kleine Weißfische - ein ausgeglichenes System.Existenzängste durch Kormoran und Co.In dem unten eingebundenen Video sieht man das Resultat, nachdem über 100 Kormorane und Reiher gewütet haben. An einem nur 16 Hektar großen See entstand für Christian innerhalb von nur zwei Monaten ein Schaden von 20.000 Euro. Über 2,2 Tonnen (!) Fisch - beziehungsweise über 25.000 Lebewesen wurden ausgelöscht. Dass man da Existenzängste bekommt, ist wohl mehr als nachzuvollziehen.Wir wollen euch das emotionale Video nicht vorenthalten. Schaut euch auch auf dem Beauty Carp Kanal die anderen Videos zur Problematik an. Wir wünschen Christian und Beauty Carps viel Kraft für die Zukunft. Und hoffen durch unsere Berichterstattung vielleicht einen kleinen Teil dazu beitragen zu können, öffentlich auf die Kormoran-Problematik aufmerksam zu machen.Fakt ist: Dieser rigorose Schutz des Kormorans hat mit Naturschutz nichts zu tun!

Was ist los in unseren Verbänden? Sebastian Schmidt im großen Interview (Teil 1)
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Interview 30.12.2014

Es heißt, die Angelverbände sind das Sprachrohr der Angler in Deutschland. Leider empfinden das nicht alle Angler in Deutschland so. Gerade in den alten Bundesländern entsteht mancherorts der Eindruck, dass über die Meinung der Angler hinweg entschieden wird. So scheint es zumindest, wenn man die jüngsten Diskussionen, Meinungsumfragen und Abstimmungen verfolgt.Wir wollten Klarheit und haben für euch bei einem nachgefragt, der wissen sollte, was wirklich los ist in unseren Verbänden. Sebastian Schmidt ist Vorsitzender des DKAC-MV, der im Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern organisiert ist. Im ersten Teil erläutert uns Sebastian welche Organisationsstrukturen es für Angler in Deutschland gibt und auf welchen Ebenen Entscheidungen bewirkt werden können. Natürlich wollten wir auch wissen, wie wir uns sicher sein können, dass von unseren Verbänden wirklich die Meinung von uns Anglern vertreten wird, wofür wir als Beispiel die Nachtangel-Diskussion in Ba-Wü heranziehen. Seid gespannt, es gibt viel zu erfahren!Carpzilla: Hallo Sebastian, schön, dass Du Dich bereit erklärt hast, uns ein paar Fragen zum Verbandsgefüge in Deutschland zu beantworten. Kannst Du uns zunächst grundsätzlich kurz erklären, welche Organisationsebenen es für Angler in Deutschland gibt? Ganz unten steht sicherlich der einzelne Angler, darüber die Angelvereine, wie geht es dann weiter nach oben?Sebastian Schmidt: Hallo Volker, selbstverständlich gern. Die Organisationsstruktur ist in Deutschland nicht einheitlich. Das macht die Sache für die Angler leider sehr unübersichtlich. Mancherorts sind die Angelvereine in regionalen Verbänden zusammengeschlossen. In Brandenburg sind das beispielsweise Kreisverbände, in Bayern wiederum Bezirksverbände. In manchen Bundesländern gibt es derartige Regionalverbände überhaupt nicht. Wo es sie gibt, bilden sie alle zusammen den Landesverband. Ansonsten sind die Ortsvereine selbst im Landesverband zusammengeschlossen. Mecklenburg-Vorpommern vereinigt beides. Hier organisieren sich im Landesverband sowohl Kreisverbände als auch kreisfreie Vereine. Das ist natürlich für die Angler sehr unübersichtlich. Um die Sache dann noch verwirrender zu machen, haben einige Länder auch mehrere Landesverbände – in BaWü sind es derer vier. Bundesweit sind die Verbände mit Ausnahme der bayrischen Landesfischereiverbandes im neuen DAFV organisiert.CZ: Auf welcher dieser Ebenen werden nun konkrete Entscheidungen gefällt, die uns Angler direkt am Wasser betreffen - z.B. Nachtangelverbote, generelles Verbot von Elektromotoren, Abtretung von Angelzonen etc?Schmidt: Auch das lässt sich nicht pauschal sagen. Grundsätzlich ist es aber so, dass die wichtigsten Regelungen nicht von Verbänden oder Vereinen getroffen werden, sondern von staatlichen Stellen. Fischreigesetzte- und ordnungen oder Wassergesetze sind hier zuerst zu nennen. Die meiste Musik spielt hier sicher auf Landesebene (in Bayern auch auf Bezirksebene, in Sachen Tier- und Naturschutzrecht auch Bundesebene). Insofern kommt den Landesverbänden als Spitzenverbände dieser Ebene eine große Bedeutung zu. Es ist wichtig, dass sie hier eine gute Rolle spielen und für uns Angler möglichst liberale Regelungen erwirken. In den Gesetzgebungsverfahren der Landtage werden diese Spitzenverbände angehört und ihre Stellungnahmen auch berücksichtigt. Ähnlich ist es beim Erlass von Verordnungen durch Ministerien oder Behörden. Diese Regelungen sind deshalb so wichtig, weil sie den rechtlichen Rahmen vorgeben, in dem sich Vereine und Verbände zu bewegen haben. Diese könne bei Bedarf zwar restriktivere Regelungen treffen, allerdings keine liberaleren. Schreibt eine Landesfischreiordnung etwa den Gebrauch von maximal drei Handangeln vor, kann ein Verein hiervon zwar abweichend nur zwei erlauben, niemals aber vier oder fünf. Ähnlich ist es mit Nachtangel- oder Motorenverboten. CZ: Wie können die Verbandsmitglieder, also die Angler wie ich und Du sicher sein, dass der Verband die Meinung und Forderungen vertritt, die sich die Mehrheit der Angler auch wünschen?Schmidt: Vereine und Verbände sind demokratisch organisiert. Ihre Vertreter sollten eigentlich immer die Interessen ihrer Mitglieder vertreten. Andernfalls steht es den Mitgliedern frei, ihre Vertreter abzuwählen und sie durch andere zu ersetzen. So einfach ist das. Das setzt natürlich zwei Dinge voraus. Zum einen das eigene Engagement in Vereinen und Verbänden. Es wird zu viel geschimpft und zu wenig selbst gehandelt. Die vielfach kritisierten vergreisten Vorstände kommen nicht immer daher, dass ältere Sportfreunde ihre Stühle nicht räumen wollen, sondern dass es die jüngeren nicht machen wollen. Insofern kann ich jeden nur ermuntern, sich auch mal für die Vorstandswahl aufstellen zu lassen. Die Gründung eines eigenen DKAC wäre vielleicht auch eine Maßnahme. Ein ganz wesentlicher Punkt ist jedoch die Herstellung von Transparenz. Ich denke da nur an die Positionierung des LFV Baden-Württemberg zur Aufhebung des Nachtangelverbotes vor einigen Jahren. Bei etwas mehr Transparenz und besserer Information der Mitglieder, hätte der Verband möglicherweise nicht den Mut gehabt, die Aufhebung des Nachtangelverbotes in BaWü im Namen seiner Mitglieder ganz „entschieden abzulehnen“. Ich denke nämlich nicht, dass man da dem Willen seiner Mitglieder Rechnung getragen hat. Über solche Dinge müssen die Mitglieder informiert werden, um sich ein Bild von den Leuten zu machen, denen sie ihre Stimme gegeben haben. CZ: Gut, dass Du es ansprichst. Im Jahre 2014 wurden die Angler in Baden-Württemberg über eine Online-Umfrage des VFG-BaWü (einem der anderen Landesverbände) darüber befragt, ob sie in Zukunft nachts angeln wollen oder nicht? Über 40000 Stimmen wurden gezählt. Über 90 % waren für die Abschaffung des Verbotes. Plötzlich bemerkte der Verband, dass die Umfrage technisch nicht gegen mehrfache Stimmabgaben gesichert war. In der Folge bezweifelte der Verband das Ergebnis und verschickte über das Verbandsheft Stimmzettel. Das Problem, nicht jedes Mitglied bekommt das Verbandsheft? Als Angler kann man sich durch solche Methoden schnell übergangen fühlen, besonders wenn zuvor das Umfrageergebnis so deutlich ausfiel und die Beteiligung im Vergleich zu anderen, weniger bewegenden Umfragen deutlich höher ausfiel. Hast Du für die Vorgehensweise des VFG BaWü eine Erklärung?Schmidt: Ich denke die ganze Angelegenheit wurde vom VFG einfach nur schlecht kommuniziert. Als Hintergrund muss man wissen, dass das Nachtangelverbot in einer Verordnung des Umweltministeriums geregelt ist. Will der VFG es beseitigen, muss er gegenüber dem Ministerium eine entsprechende Initiative starten. Natürlich ist es da für einen Spitzenverband sinnvoll, eine belastbare Mitgliederbefragung im Rücken zu haben. Dass eine Onlineumfrage wo quasi jedermann – sogar mehrfach – abstimmen kann, dem nicht gerecht wird, ist eigentlich klar. Diese Onlineumfrage konnte also nie mehr als eine Tendenzabfrage sein. Das hat der VFG versäumt zu kommunizieren. Als man anschließend eine Abstimmung mittels Stimmzettel initiierte, enstand bei vielen Anglern der Eindruck ,man nähme die Onlineumfrage nicht ernst. Das lag nicht zuletzt daran, dass die Angler in BaWü nach dem Auftritt des LFV seiner Zeit, ein gewisses Misstrauen gegen ihre Landesverbände hegen. Dieses Misstrauen halte ich jedoch gegenüber der Abstimmung des VFG für unangebracht. Hätte man die Onlineumfrage nicht ernst genommen, würde man diese Abstimmung mittels Stimmzettel nicht durchführen. So schätze ich die Sache zumindest ein. Dass nicht jedes Mitglied das Verbandsheft bekommt, ist sehr bedauerlich. In solchen Situationen merkt man ja, wie wichtig sowas sein kann. Dieses Problem haben wir in MV leider auch. Das liegt aber nicht am Landesverband, sondern an der fehlenden Übermittlung der Kontaktdaten durch die Vereine. Insofern ist es sicherlich sinnvoll, wenn sich jedes Mitglied, dass diese Zeitschrift bekommen sollte, aber nicht bekommt, an den entsprechenden Landesverband wendet. Bereits morgen erwartet euch der zweite Teil des Interviews mit Sebastian Schmidt. In diesem geht es dann darum, welche Ziele unsere Verbände überhaupt verfolgen und wo die großen Unterschiede zwischen Verbänden in den alten und Verbänden in den neuen Bundesländern liegen. Ganz wichtig wird natürlich auch die Frage nach dem Wie sein. Wie kann der Angler in Deutschland aktiv Veränderungen anstossen. Morgen geht's weiter.

Was ist los in unseren Verbänden? Sebastian Schmidt im großen Interview (Teil 2)
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Interview 31.12.2014

Es heißt, die Angelverbände sind das Sprachrohr der Angler in Deutschland. Leider empfinden das nicht alle Angler in Deutschland so. Gerade in den alten Bundesländern entsteht mancherorts der Eindruck, dass über die Meinung der Angler hinweg entschieden wird. So scheint es zumindest, wenn man die jüngsten Diskussionen, Meinungsumfragen und Abstimmungen verfolgt.Wir wollten Klarheit und haben für euch bei einem nachgefragt, der wissen sollte, was wirklich los ist in unseren Verbänden. Sebastian Schmidt ist Vorsitzender des DKAC-MV, der im Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern organisiert ist. Im ersten Teil des großen Interviews sprachen wir mit Sebastian über die Organissationsstrukturen für Angler in Deutschland, wer was entscheiden kann und wo in der Praxis, z.B. bei der Nachtangelumfrage in BaWü die Probleme liegen. In geht es vor allem dann darum, welche Ziele unsere Verbände überhaupt verfolgen und wo die großen Unterschiede zwischen Verbänden in den alten und neuen Bundesländern liegen. Ganz wichtig wird natürlich auch die Frage nach dem Wie sein. Wie kann der Angler in Deutschland aktiv Veränderungen anstossen?Carpzilla: Du selbst bist ja als Vorsitzender des DKAC-MV tätig. Warum sind die Regionalverbändes des DKAC besonders in den neuen Bundesländern existent und überaus erfolgreich, gerade im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit den Landesverbänden?Sebastian Schmidt: Warum sie bei uns existent sind, ist eine gute Frage. Nötiger wären sie eigentlich im Westen. Hier gibt es scheinbar die größeren Probleme. Warum haben aber wir welche gegründet? Man darf nicht vergessen, dass der Angelsport in der DDR sehr liberal gereglt war. Niemand wäre dort auf die Idee gekommen Setzkescher, Wettfischen oder Catch&Release zu verbieten. Im Westen hat man sich über die Jahre an zunehmende Verbote gewöhnt. Man schimpft zwar über sie, nimmt sie am Ende aber doch hin oder setzt sich drüber hinweg. Im Osten hat man erkannt, dass viele Regelungen tendenziell in eine Richtung gehen, die uns Anglern die Ausübung unseres Hobbys erschweren. Und das sehen halt nicht nur wir Karpfenangler so, sondern auch viele Funktionäre in den Landesverbänden. In MV hat der Landesverband uns mit offenen Armen aufgenommen. Man betrachtet uns nicht als Gegener, sondern als wertvollen Mitstreiter.CZ: Wo siehst Du die grundlegenden Unterschiede zwischen den Verbandsgefügen zwischen Ost und West?Schmidt: Die Verbandsgefüge in Ost und West haben andere Entstehungsgeschichten und das merkt man heute noch. Im Westen entstanden zuerst die Vereine und diese haben sich später zu Verbänden zusammengeschlossen. In der DDR hingegen schuf man mit dem DAV einen starken Dachverband, dem alles andere eingegliedert wurde. Diese Struktur haben die Ostdeutschen Verbände weitestgehend beibehalten. Im Endeffekt haben die Ostverbände gegenüber ihren Vereinen eine sehr viel stärkere Position. Die Angler beurteilen das durchaus positiv. So werden im Osten die Gewässer in der Regel nicht von den Vereinen, sondern von den Landesveränden angepachtet. Das ermöglicht die Schaffung dieser sehr großen Gewässerfonds. Im Westen ist das alles sehr viel kleinteiliger organisiert. Ein weiterer Unterschied ist häufig auch das Selbstverständnis der Verbände. Ich habe vorhin die Stellungnahme des LFV BaWü zum Nachtangelverbot angesprochen. Sowas kommt zustande, wenn Verbände sich in erster Linie als Naturschutzverbände und nicht als Interessenvertretung der Angler begreifen. Es entsteht der Eindruck, dass diese Auffassung gerade bei den Westverbänden verbreitet ist. Natürlich liegt der Naturschutz allen Anglern am Herzen, das ist keine Frage. Schließlich nutzen wir die Natur ja auch. Allerdings müssen Beschränkungen hier auf das Nötigste begrenzt und in Abwägung mit den Anglerinteressen getroffen werden. CZ: Du hast gerade die Gewässerfonds angesprochen. In den neuen Bundesländern kann der Angler mit einer (Verbands-)Karte nahezu alle Gewässer des Bundeslandes befischen. Ich wohne genau in einem alten Bundesland, um genau zu sein an der Grenze zwischen BaWü, Hessen und Rheinland Pfalz. Um alle Gewässer im Radius von 20 Kilometer befischen zu dürfen, müsste ich in über 20 Vereinen Mitglied sein. Warum ist nicht auch in den alten Bundesländern ein „gemeinschaftliches System“ wie in den neuen Bundesländern möglich? Könnte die Fusion der beiden großen Verbände (DAV und VDSF zum DAFV)dafür sorgen oder ist das unrealistisch? Wo siehst Du generell Vor- und Nachteile von beiden „Systemen“?Schmidt: Wie gesagt, liegt der wesentliche Unterschied darin, dass im Westen die Vereine die Gewässer selbst anpachten. Wollte man das grundlegend ändern, müsste man das ganze Gefüge ändern und das Gewässermanagement nach oben auf die Landesverbände verlagern. Ich halte es jedoch für sehr schwierig, die Vereine hiervon zu überzeugen. Denkbar sind jedoch Vereinbarungen zwischen einzelnen oder auch mehreren Vereinen, die es den Mitgliedern gestatten an sämtlichen Gewässern zu fischen, sobald man Mitglied in einem der Vereine ist. Solche Strukturen können dann auch nach und nach wachsen, wenn die Mitglieder dies wollen. Damit würden zumindest ähnliche Modelle, wie im Osten entstehen. Wir haben dieses Modell und setzen auch alles daran, es zu erhalten. Den Grund hast du ja schon genannt. Man kann für wenig Geld alle Gewässer des Landesanglerverbandes befischen. Darüber hinaus gibt es Vereinbarungen mit anderen Landesverbänden, die den Erwerb von sogenannten Austauschangelgenehmigungen ermöglichen. So kann ich als Mecklenburger, Verbandsgewässer in Brandenburg, Sachsen-Anhalt oder sonst wo mitbefischen. Ab 2015 gibt es auch eine entsprechende Vereinbarung zwischen dem LAV Brandenburg und dem LFV Westfalen/Lippe. Man sieht also das Modell weitet sich aus. Noch hegt man mancherorts Bedenken gegen solche Gewässerfonds. Man befürchtet, dass Gewässer überrannt werden oder jede Menge Müll hinterlassen wird. Diese Ängste halte ich aber weitestgehend für unbegründet. Im Großen und Ganzen hält sich das in erträglichen Grenzen. Mag sein, dass Vereine für eigene Gewässer eine besondere Bindung und Verantwortung hegen. Allerdings haben ja auch die Gewässer in den Gewässerfonds betreuende Vereine. Für den Großteil der Angler haben diese Gewässerfonds sicherlich Vorteile. Der DAFV beführwortet diese Fonds zwar, aber man muss abwarten inwieweit er sie fördern kann.CZ: Wo siehst Du bzw. liegen die Kernaufgaben des DAFV? Stehen Bemühungen, dass sich die Bedingungen für Angler in Deutschland verbessern überhaupt auf deren Agenda?Schmidt: Im November 2014 hat der DAFV seine Leitsätze verabschiedet. Im Großen und Ganzen kann man schon mit ihnen zufrieden sein. Es wurden Punkte beschlossen wie die Förderung der Angelfischerei, die Unterstützung bei der Schaffung von Gewässerfonds oder die Berücksichtigung die Angelfischrei betreffender neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Zudem wird die Angelfischerei als gelebter Naturschutz herausgestellt. Sven Brux, der Vorsitzende des VDKAC, hat sich bei der Schaffung der Leitsätze für unsere Interessen sehr gut eingebracht. Wie diese Leitsätze zukünftig mit Leben erfüllt werden, wird sich zeigen. Der DAFV ist ein neuer Verband und noch in der Findung begriffen. Ich denke man muss da noch etwas Gedult haben. Grundsätzlich ist die Idee eines starken Dachverbandes natürlich zu begrüßen.CZ: Vielen Dank Sebastian, dass Du Dir die Zeit genommen hast, uns Anglern einen Überblick über die Verbandssituation in Deutschland zu geben.Das Interview führte Volker Seuß mit Sebastian Schmidt am 22.12.2014.Hier geht es zum ersten Teil des Interviews. Hier geht es zum DKAC-MV:http://dkac-mv.de/ 

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