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Mr. Pinpoint / 11.06.2020

MR PINPOINT - zwischen den Stühlen und mit scharrenden Hufen

Mittlerweile mag ich es, vor dem Schreiben jedes Blogbeitrags den vorherigen noch einmal in Ruhe zu konsumieren. Zum einen sollte man dies wohl schon als vernünftiger Autor so oder so tun, zum anderen aber zeigt es mir immer sehr schön auf, wo genau ich emotional und anglerisch noch einen Monat zuvor stand. 

Fakt ist, mittlerweile habe ich hier in Köln nicht mehr das Gefühl, in einem Ausnahmezustand zu leben. Die Restaurants und Bars sind auf. Das mit der reduzierten Platzanzahl scheint nicht jeder so genau zu nehmen und natürlich war auch ich einer der ersten, die wieder in einem Restaurant saßen, um sich fein bekochen zu lassen…love it!

Ganz anders sah es da vor knapp einer Woche noch in Berlin aus. Während hier die Restaurants und auch Fitnessstudios eigentlich bereits seit Wochen wieder geöffnet sind, war dort fast noch alles zu. Irgendwie war das schon fast wieder traumatisch, wenn man aus einem Bundesland kommt in dem man die meisten Freiheiten gerade wiedererlangt hat. 

Nächste Woche gehen dann auch tatsächlich die Grenzen zu unseren Nachbarn wieder auf und gefühlt scharrt ganz Karpfendeutschland bereits mit den Füßen oder sitzt auf gepackten Autos. Ich bin tatsächlich mal gespannt, wie voll oder auch nicht es in Frankreich wird, denn auch ich werde mich am 15. auf den Weg machen. Einige sind aber auch schon da. An den Grenzen gab es zuletzt wohl schon zwei Schlangen (eine gewerbliche und eine private) und wer mit einem Transporter kam, hatte gute Chancen unkontrolliert einreisen zu können. 

Da mein Aufenthalt beruflicher Natur sein wird, wollte ich mir die Angriffsfläche gar nicht erst bieten. Zu schnell heißt es dann das „Die Nash-Jungs“ irgendetwas illegales gemacht haben. Heißt es eh schon permanent und es stimmt mindestens in der Hälfte der Fälle nicht :-D Also wird es pünktlich gegen Mitternacht in Richtung Frankreich gehen. Vor Ort treffe ich mich dann mit Thilo und wir werden versuchen, dieses Feeling, das so vielen von uns bisher dieses Jahr versagt geblieben ist einzufangen. 

Anglerisch saß ich zuletzt ein wenig zwischen den Stühlen. Zu früh zum füttern am Sommer/Herbst Gewässer, da die Fische noch nicht gelaicht hatten und zu krautig am Parksee als das angeln dort noch wirklich Spaß gemacht hätte. Vielmehr fischte ich genau drei Nächte und verbrachte die meiste Zeit eher damit, die Geschicke von Nash wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Zwar kommen wir aus dieser „Kriese“ mit mächtig Rückenwind, jedoch haben die Wochen der Kurzarbeit und der heruntergefahrenen Produktivität dazu geführt, dass viele Menschen in eine Art Lethargie verfallen sind. Es galt also zum einen mit positivem Beispiel voran zu gehen und zum anderen auch ein paar lieb gemeinte Arschtritte zu verteilen…

Dazwischen passte ich mir die sonnigen und windstillen Mittage ab, um so viel wie möglich die Breadbomb zu schwingen und vor allem an dem See in der Kölner City noch ein paar geile Bisse an der Oberfläche zu bekommen. An einem perfekten Tag zog ich mit Justus los. Wir hatten uns an diesem Parksee zuvor kennengelernt und waren ins Gespräch gekommen. Aus dem Gespräch ergab sich, dass er noch nie wirklich einen Fisch an der Oberfläche gefangen hatte. Genug Motivation für mich, um dies zu ändern. Kurzerhand verabredeten wir uns und dank seiner hervorragenden anglerischen Auffassungsgabe war er sehr schnell im Bilde. Keine halbe Stunde dauerte es bis Justus seinen ersten Fisch im Drill hatte und wenig später kam sogar ein zweiter dazu. Manchmal macht mir das tatsächlich mehr Spaß als selber Fische zu fangen. Zu sehen wie Menschen etwas das mir Spaß macht, neu für sich entdecken. 

Ein wenig fischgeil bin ich aber natürlich auch und so war ich in den Tagen danach auch immer mal wieder selber aktiv und konnte noch ein paar tolle Fische auf Sicht fangen. 

Darunter war zuletzt auch ein Fisch ohne Brustflosse, welchen ich auch beim Dreh mit Thilo noch am Grund hatte fangen können. Thilo werkelt noch immer am fertigen Video zu unserer gemeinsamen Session dort, welches am 19.06. definitiv auf Youtube erscheinen wird. Seit unserem Dreh habe ich dort auch keine Nacht mehr gemacht, denn mit den steigenden Temperaturen und den Lockerungen der Corona-Regelungen, hält wieder allerlei zwielichtiges Volk Einzug. Es war also keine Frage, ob es irgendwann Ärger geben würde, sondern nur wann. Zudem hat auch der Tretbootverleih wieder eröffnet und nimmt einen Großteil der Wasserfläche ein. Alles in allem (Karpfen)Gottes Weg mir zu zeigen, dass das Kapitel für dieses Jahr abgeschlossen ist.

Somit zog es mich und Luke zuletzt an eine Kiesgrube welche ich unregelmäßig schon seit ewigen Zeiten befische. Da die Anzeichen dafür, das die Fische kurz zuvor abgelaicht hatten günstig standen, nutzen wir unsere Erfahrung aus den Jahren, um nochmal so richtig abzugreifen. Kleine Fallen entlang der Zugrouten der Fische ließen die folgende Nacht zum Tag werden und nur weil ich am kommenden Morgen weg musste, blieb der Zähler am Ende bei etwa zwanzig Fischen stehen. Alle komplett leer und mit Kohldampf bis unter die Kiemen. 

Eine Fotosession bleibt mir ebenfalls besonders in Erinnerung. Ich erwachte morgens zu einer Nachricht von Martin. Er hatte an einem See, welchen ich auch befische, einen guten Fisch im Kescher und fragte ob ich Bilder machen könnte. Da ich eigentlich gerade auf dem Weg zum Sport war, drehte ich abrupt um und änderte mein Ziel. Vor Ort hatten wir gerade den Fisch geknipst, als Martins Rute wieder ablief. Gönnerhaft bestand Martin darauf, dass ich den Fisch drillen sollte, was ich mir natürlich nicht nehmen ließ – auch irgendwie Sport oder?! Schon im Drill wurde klar, dass es sich nicht um einen der vielen kleinen Fische aus dem Bestand handelte. Nach kurzem, aber heftigen Drill lag ein Schuppi vor uns der das Wort Hängebauchschwein verkörperte wie wenige andere. Mit 22 Kilo nur einen Hauch unter Martins Fisch und was für ein Geschenk für einen Freundschaftsdienst. 

 

Jetzt heißt es erstmal wieder ein paar Tage abstinent leben und vorarbeiten, bis es nach Frankreich geht. Bock hab ich aber mal so richtig!

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