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Interview / 27.12.2016

Deutschlands bekannteste Karpfenanglerin: Claudia Darga im Interview!

Claudia Darga avancierte in den sozialen Medien innerhalb kürzester Zeit zur bekanntesten deutschen Karpfenanglerin. Grund genug, mal bei Claudia nachzufragen, wie sie zum Angeln gekommen ist, wie ihre Saison lief und was als nächstes bei ihr ansteht.

Carpzilla: Hey Claudia, toll, dass wir Dich noch so kurz vor Weihnachten für ein Interview gewinnen konnten. Ganz ehrlich, Du warst irgendwie plötzlich da. Auf einmal fielen die Bilder mit dir und oft so richtig dicken Karpfen im Netz und in den Magazinen auf. Sag mal, seit wann angelst Du eigentlich und wann hast Du dann mit dem Karpfenangeln begonnen?

Claudia Darga: Erste kleinere Angeltouren habe ich damals mit meinem Vater unternommen. Dann gab es eine recht lange Durststrecke in Bezug aufs Angeln, bevor ich vor einigen Jahren meinen Freund kennengelernt habe. So habe ich gerade in dieser Phase viel gesehen und entdeckt. Das Karpfenangeln fand ich dabei besonders cool. Es ist einfach eine Mischung aus Natur, Angeln, Freundschaften und Entspannung! Mir wurde schnell klar, dass das genau mein Ding ist! Dabei war ich die erste Zeit noch eher passiv unterwegs. Über die Zeit hat es mir aber nicht gereicht nur zuzuschauen. Im Frühjahr 2010 konnte ich dann meinen ersten Karpfen fangen. Seit dem bin ich von Jahr zu Jahr aktiver geworden. Die letzten zwei Jahre waren dabei mit Abstand die intensivsten und ich habe einen Großteil meiner Freizeit am Wasser verbracht.

Carpzilla: Frauen und Angeln, das hat immer einen gewissen Beigeschmack. Du bist eine hübsche Frau und alleine das reicht vielen, Deine Seite bei Facebook oder Instagram zu liken. Worauf legst Du da selber wert? Fühlst Du Dich als Anglerin ernst genommen? Wie ist das Feedback Deiner Follower?

Claudia: Das vergleiche ich zu gerne mit Frauenfußball. Die Mädels arrangieren sich auch in einer sehr Männer dominierten Welt. Die einen lachen drüber, die anderen finden es große klasse. Hier wird es nie die Akzeptanz geben wie bei den Männern. Letztendlich geht es dabei aber um den Sport, die Leidenschaft, die Emotionen und vor allem den Spaß! Den haben die Frauen ebenso wie die Männer. Letztendlich sollte es uns Anglern um das Angeln an sich gehen. Da spielt es für mich keine Rolle ob nun Männlein oder Weiblein.

Meine Einstellung dazu ist einfach: Hübsche Frauen gibt es im Netz zur Genüge. Viele von denen kann man auch noch leicht bekleidet sehen. Wer so etwas sucht, brauch mich nicht dafür. Denn nur gut aussehen reicht einfach nicht. In Bezug auf meine Online-Aktivitäten kann ich es nicht leugnen, dass es einen gewissen Vorteil hat, eine Frau zu sein. Ich weiß, dass viele Menschen dies auch als Hauptgrund für meinen Erfolg sehen.

Allerdings wird dabei sehr oft vergessen, dass ich bei all dem, was ich mache sehr viel Zeit und Leidenschaft investiere. Das fällt nicht einfach so vom Himmel und es gehört viel mehr dazu als nur gut auszusehen und nett in die Kamera zu lächeln. Dies fällt auch meinen Followern auf und ich erhalte dafür sehr viel positiven Zuspruch.

Das ist nicht nur auf mein Aussehen bezogen, sondern viel mehr darauf, dass ich bei all dem was ich mache meine eigene Linie fahre und mich nicht beeinflussen lasse. So nehme ich mich selbst, als auch das Hobby an sich nicht zu ernst und reduziere nicht alles auf dicke Fische.

Für mich steht der Spaß im Vordergrund und genau das will ich transportieren. Es geht eben nicht immer nur darum, wer den größten und schwersten Fisch fängt, sondern darum, wer am meisten Spaß am Wasser hat. Ich denke mit meinen kleinen Tanzeinlagen, Fotos und Videos kann ich genau das ganz gut vermitteln.

Verwunderlicher Weise stößt genau das, bei einigen Anglern übel auf. Die Kombination aus einer Frau, die leidenschaftlich gerne angelt, dabei mächtig Spaß hat und dazu noch Fische fängt, passt eben einfach nicht in das Weltbild von einer ganz kleinen Minderheit.

Einige Angler schrecken dabei vor nichts zurück und versuchen mir, mit diversen böswilligen Aktionen gezielt Schaden zuzufügen. Dabei wird vor nichts zurück geschreckt und ich höre immer neue Gerüchte über mich.

Diese Aktionen lösen bei mir einfach nur Kopfschütteln aus. Ich weiß aber auch, dass dieses Problem bei all den anderen angelnden Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen ebenfalls sehr bekannt ist. Zum Glück handelt es sich dabei wirklich nur um eine ganz kleine Minderheit. 99,9% meiner Follower sind sehr liebe Menschen und schätzen meine Arbeit und freuen sich, dass in der Szene ein bisschen frischer Wind weht.

Carpzilla: Claudia, wir hörten, dass Du erst vor wenigen Monaten Deinen Fischereischein gemacht hast. Stimmt das und hast Du dann zuvor nur im Ausland gefischt?

Claudia: Coole Frage, die wurde mir im letzten Monat komischerweise des Öfteren gestellt! Ein klassisches Beispiel von einem toll inszenierten Gerücht, welches rasend schnell die Runde gemacht hat. Aber ich kann Euch beruhigen, dieses Gerücht stimmt nicht.

Nun zur Wahrheit: Den Angelschein habe ich Ende 2014 gemacht. Die Zeit davor habe ich entweder in einer Pachtgemeinschaft, einem Privatsee oder bei längeren Trips in Brandenburg gefischt. In Brandenburg ist das Angeln auf Friedfisch ohne einen Fischereischein erlaubt. Das ist übrigens ein tolles Gesetz, an welchem sich auch die anderen Bundesländer etwa abschauen könnten.

Im Ausland war ich damals noch nicht auf Karpfen angeln. Seit 2015 bin ich daher mit dem Angelschein unterwegs. Dadurch ergeben sich natürlich deutlich mehr Möglichkeiten, die ich in den letzten zwei Jahren sehr stark genutzt habe und deshalb auch deutlich öfter am Wasser gewesen bin.

Carpzilla: Du fällst mit bemerkenswert großen Karpfen und schönen Bildern auf. In welcher Region bist Du unterwegs? Und wie viel Zeit investierst Du ins Angeln?

Claudia: Ich komme aus Hamburg. Fischen bin ich zum Großteil allerdings immer noch in Brandenburg. Der Weg ist zwar etwas weiter, die Strecke zahlt sich aber aus und es gibt hier einige sehr schöne Seen mit großen Fischen. Darüber hinaus bin ich auch sehr gerne in Schleswig-Holstein unterwegs.

Und ja, die Zeit spielt eine wichtige Rolle und trägt wohl auch dazu bei, dass es diese Saison so gut lief. Ich war gerade im Frühjahr fast jedes Wochenende am Wasser. Im Schnitt war ich wohl jedes zweite Wochenende im Jahr am Wasser. So sind schon echt einige Stunden zusammen gekommen. Die letzten vier Wochen wurde es leider nichts mit dem Angeln. Aber nächste Woche geht es nach Asien und da ist die Reiserute natürlich am Start.

Carpzilla: Wie lief denn Deine vergangene Angelsaison 2016? Gehst du allein los oder lieber in Begleitung?

Claudia: Die Saison war wirklich atemberaubend. Ich hatte nur ein Wochenende an dem ich nichts fangen konnte. Ansonsten konnte ich wirklich tolle Fische fangen. Begonnen mit meinem Thailand Urlaub mit Siamesischen Riesenkarpfen bis 40kg gefolgt von einem tollen Frühjahr mit wirklich schlaflosen Nächten. Die Krönung hier waren 3 Fische über 20kg in wenigen Stunden. Meine bisher beste Tour!

Im Sommer habe ich dann meinen ersten Auslandstrip durchgezogen und war 5 Tage in Polen unterwegs. Im Spätsommer konnte ich dann meinen bisher schönsten Fisch fangen! Einen bildhübschen Koi-Karpfen mit exakt 10kg.

Der Herbst lief auch super, daher war 2016 für mich ein perfektes Jahr. Der Erfolg mag zum einen mit den vielen Stunden am Wasser zusammen hängen. Aber auch mit dem von mir in dieser Zeit angeeigneten Wissen. Dadurch dass ich mit vielen unterschiedlichen, sehr guten Karpfenanglern am Wasser war, konnte ich viel für meine Angelei lernen und mir dies zu Nutze machen. All diese Erlebnisse werden in den nächsten Wochen auf meinem neuen YouTube Kanal zu sehen sein.

Ich war bis heute noch keine einzige Nacht komplett alleine am Wasser. Ich kenne keine Frau die dies tut und rate auch jeder Frau davon ab. Zum einen ist das Angeln in Begleitung viel cooler und zum anderen kann es gerade für Frauen auch sehr gefährlich werden. Daher werde ich dies auch in Zukunft nicht tun.

Carpzilla: Kürzlich haben wir ja über Deinen Kalender berichtet. Wie bist Du denn auf die Idee gekommen? Für die, die den Kalender noch nicht kennen. Was erwartet uns darin von Dir?

Claudia: Im vergangenen Jahr hat die Polnische Zeitung KarpMax mich zur Rybomania Poznan eingeladen. Die haben ein paar Poster von mir gedruckt. Diese waren nach wenigen Stunden vergriffen. Ein Paar habe ich noch online verlost. Die Resonanz und Nachfrage war so groß, dass ich mich kurzerhand dazu entschieden habe, nochmal welche aufzulegen. Der Kalender kam mir dann erst im zweiten Schritt in den Kopf. Habe mich aber trotz anfänglicher Zweifel, aufgrund eben dieser positiven Resonanz, dafür entschieden. Ich freue mich mit dieser simplen Idee meinen Followern eine Freude zu machen. Die Resonanz ist wirklich sehr positiv.

Der Kalender gibt sehr schön wieder, wie ich meine Saison 2016 durchlebt habe. Er zeigt die schönsten Fotos von meinen tollsten Fängen aus diesem Jahr. Jedes Foto an sich erzählt eine Geschichte. Die Fangfotos habe ich gepaart mit den coolsten Fotos und Momentaufnahmen vom Wasser. Zudem gibt es in jedem Monat ein Statement zum Fang. Für mich eine tolle Erinnerung an dieses sehr ereignisreiche Jahr 2016.

Carpzilla: Welche Ambitionen hast Du weiterhin in der Karpfenwelt? Du gibst ja aktuell mächtig Gas mit Deiner Öffentlichkeitsarbeit und hast viele Fans. Wohin soll die Reise noch für Dich gehen?

Claudia: Es gibt eigentlich zwei Dinge die mich motivieren diese Arbeit zu machen:  Mehr Frauen ans Wasser zu bekommen. Das klappt sehr gut und ich erhalte zunehmend Anfragen und Feedback von Frauen.

Allen Anglern (vom Vollprofi bis Anfänger) zu vermitteln, dass gerade das Karpfenangeln sehr viel Spaß macht und es nicht immer nur um 100%ige Professionalität geht! So versuche ich die Neulinge zu animieren diesem tollen Hobby eine Chance zu geben und am Ball zu bleiben! Ich versuche zu zeigen, dass man kein Vollprofi mit jahrzehntelanger Erfahrung sein muss, um erfolgreich zu sein und Fische zu fangen. Wichtig ist, dass man das, was man macht mit Herz und Verstand macht, immer gut aufpasst und für sich selber seine Schlüsse zieht.

Wenn das funktioniert wird man auch als Neuling erfolgreich sein. Das Angeln ist für mich keine Wissenschaft, sondern ein Hobby, welches einfach unglaublich viel Spaß macht und ganz viel mit sich bringt. Daher versuche ich diese positiven Werte an dem Hobby heraus zu stellen und diese zu vermitteln! Wenn mir das gelingt habe ich mein Ziel eigentlich erreicht.

Darüber hinaus habe ich keine für mich definierten Ziele vor Augen. Ich mache einfach so lange weiter wie es mir Spaß macht. Solange das Feedback so positiv bleibt, sehe ich keinen Grund mich zu ändern.

Derzeit probiere ich mich viel in den sozialen Netzwerken aus und probiere mal hier was und mal da was. Das ist eine sehr schöne Abwechslung zum täglichen Büroleben. Seit letzter Woche ist z.B. mein eigener neuer YouTube Kanal online. Ich habe sehr viel Zuspruch zu meinen Videomaterialien erhalten und will nun darauf aufbauen. In den nächsten Wochen werden dort einige Videos aus dem letzten Jahr auftauchen. Darüber hinaus will ich im kommenden Jahr den einen oder anderen Trip ins Ausland unternehmen, um dort erfolgreich auf Karpfen und andere Fischarten zu angeln. Hierzu will ich noch nicht zu viel verraten, aber ich habe auch im kommenden Jahr einiges vor und bleibe am Ball.

Carpzilla: Danke Claudia für das tolle Interview zu Deiner Person und Deine Motivation auch Interessierte und besonders junge Menschen – egal ob Frau oder Mann - für unser Hobby zu begeistern.

Hier geht es zu Claudia Darga Facebook Account:
https://www.facebook.com/dargaclaudia/

Und hier findet ihr Claudias YouTube Channel:
https://www.youtube.com/channel/UCJC9JtVJ4tylXcpO5IsueOA  

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